Heckings Warnung

Club-Trainer sieht beim Schlusslicht Hertha BSC jede Menge Qualität und versucht bei seiner Truppe jede Form von Selbstgefälligkeit im Ansatz zu ersticken. „Berlin, das wird kein Selbstläufer“
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„Hertha BSC nicht an den 15 Punkten messen“: Club-Trainer Dieter Hecking.
Wolfgang Zink „Hertha BSC nicht an den 15 Punkten messen“: Club-Trainer Dieter Hecking.

Club-Trainer sieht beim Schlusslicht Hertha BSC jede Menge Qualität und versucht bei seiner Truppe jede Form von Selbstgefälligkeit im Ansatz zu ersticken. „Berlin, das wird kein Selbstläufer“

BERLIN Auch wenn John F. Kennedy seinerzeit mächtig stolz darauf war, derzeit ist es, zumindest als Fußball-Fan, bestimmt nicht leicht, ein Berliner zu sein. Denn wenn die Hertha am Samstag (15.30 Uhr) auch noch ihr „Schicksalsspiel“ gegen den Club verliert, ist die Drei-Millionen-Metropole an der Spree zwar immer noch arm, aber zumindest für Erstliga-Fans nicht mehr sonderlich sexy. Oder wie es Club-Kapitän Andy Wolf ausdrückt: „Für Hertha ist es die letzte Chance auf den Klassenerhalt. Gewinnen wir, war es das für die Alte Dame.“

"Ohne die Hinrunde hätte Hertha mit dem Abstieg nichts zu tun"

Wohl wahr. Aber auf einer Wellenlänge mit seinem Trainer funkt Wolf damit nicht. Dem ist die medial verbreitete Untergangsstimmung in der Hauptstadt ein mächtiger Dorn im Auge. Denn Dieter Hecking ist sich sicher: „Man darf nicht den Fehler machen, Hertha an ihren 15 Punkten zu messen. Das ist eine sehr ordentliche Bundesligamannschaft.“

Vom Marktwert her (66,5 Millionen Euro) und gemessen an so prominenten Namen wie Gojko Kacar, Theofanis Gekas, Ramos oder Nationalspieler Arne Friedrich sogar noch ein wenig ordentlicher als die des Club (Marktwert 39 Millionen Euro). Deshalb wird Hecking auch nicht müde, vor den Kellerkickern seines Kollegen Friedhelm Funkel zu warnen: „Wenn Hertha nicht so eine katastrophale Hinrunde gespielt hätte, hätte die Mannschaft mit dem Abstiegskampf sicher nichts zu tun. Mit den Neuzugängen in der Winterpause haben sie eine gute Qualität dazu bekommen. Das wird für uns sicher kein Selbstläufer.“

"Wir dürfen jetzt nicht selbstgefällig werden"

Tatsächlich deutete sich bei den Berlinern trotz der 0:1-Pleite am vergangenen Spieltag gegen den Hamburger SV („dieses Spiel hätten sie eigentlich nicht verlieren dürfen“, Hecking) eine Art kleiner Aufschwung an. Nicht so sehr wie beim Club, der laut Trainer mit den zwei Remis gegen Bayern und Bochum sowie dem 3:2-Erfolg über Leverkusen eine „kleine Serie“ hingelegt hat. Aber genau da sieht Hecking auch die größte Gefahr für sein Team. „Wenn einige glauben, weil wir Leverkusen geschlagen haben, werden wir auch einfach so Berlin besiegen, dann sind sie auf dem Holzweg.“

Heckings Forderung an seine, am Samstag vermutlich mit Rückkehrer Albert Bunjaku („er muss sich mächtig ins Zeug legen“) neu formierten Anti-Abstiegskämpfer lautet daher: „Wir dürfen jetzt nicht selbstgefällig werden.“ Und vor allem der ums Überleben kämpfenden Funkel-Truppe nicht ins offene Messer laufen. „Wir müssen mit der gleichen Aggressivität dagegenhalten, dabei aber den Schuss cleverer sein, in Eins-zu-Eins-Situationen kommen, aber nicht zu lange mit dem Ball am Fuß laufen. Wenn die Berliner immer einen Schritt zu spät kommen, können Sie auch nicht gegen uns gewinnen.“

So einfach kann Fußball sein. Krischan Kaufmann

Mehr über den Club, Manager Baders größte Sorge und und die Stimmung bei Gegner Berlin lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Freitag, 12. März.

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