Gündogan, der Musterschüler

Club-Trainer Dieter Hecking ist von dem 20-jährigen Ausnahme-Talent hellauf begeistert – und prophezeit ihm noch eine große Karriere
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Die Technik dazu hat auf jeden Fall sein Musterschüler Ilkay Gündogan, der hier den Kollegen Mike Frantz locker stehen lässt. „Der Ball gehorcht ihm“, sagt Hecking über Gündogan.
Wolfgang Zink Die Technik dazu hat auf jeden Fall sein Musterschüler Ilkay Gündogan, der hier den Kollegen Mike Frantz locker stehen lässt. „Der Ball gehorcht ihm“, sagt Hecking über Gündogan.

Club-Trainer Dieter Hecking ist von dem 20-jährigen Ausnahme-Talent hellauf begeistert – und prophezeit ihm noch eine große Karriere

BELEK April, April. Während das Wetter an der türkischen Riviera gestern bei angenehmen 15 Grad (plus) fast im Sekundentakt zwischen Sonnenschein und fiesem Nieselregen wechselte, narrte Club-Perle Ilkay Gündogan die Kollegen fast nach Belieben.

Geniale Dribblings, Traumpässe wie am Fließband, großes Durchsetzungsvermögen und dadurch auch zahlreiche Ballgewinne in Zweikämpfen: In der ersten Einheit des einwöchigen Trainingslagers in Belek beeindruckte der 20-jährige Edeltechniker nicht nur die 250 mitgereisten Fans. „Wenn sich der Junge nicht verletzt, dann muss er irgendwann bei einem Verein landen, der immer im internationalen Geschäft dabei ist“, orakelt Trainer Dieter Hecking über die weitere Zukunft des Mittelfeld-Juwels.

"Die wirtschaftlichen Dinge sind nicht zu verachten“

Es ist noch keine sechs Monate her, als Hecking sein unmissverständliches Veto gegen das beinahe unmoralisch anmutende Angebot aus Hoffenheim eingelegt hatte: 7,5Millionen Euro wollten die Kraichgauer für das Ausnahmetalent Gündogan auf den Tisch blättern. Hecking stellte die sportlichen Ambitionen über die wirtschaftlichen Zwänge von 10,6 Millionen Euro Schulden. Und wurde für seine Sturheit belohnt: Vier herrliche Tore und drei blitzsaubere Vorlagen steuerte der U21-Nationalspieler zu der mehr als beachtlichen Vorrunden-Ausbeute von 22 Zählern bei.

Was den Scouts aus nah (immer noch Hoffenheim, aber auch Leverkusen, HSV sowie neuerdings Wolfsburg) und fern (unter anderem Manchester United, angeblich auch Italiens Rekordmeister Juventus Turin) nicht verborgen geblieben ist.

„Wir würden uns nicht mit Ilkay hinsetzen, wenn wir das Gefühl hätten, die Gespräche wären überflüssig“, sagt Martin Bader hinsichtlich einer vorzeitigen Vertragsverlängerung über den 30. Juni 2012 hinaus. Andererseits weiß der Club-Manager über das im Februar 2009 von dem Amateuren des VfL Bochum verpflichtete 50000-Euro-Schnäppchen auch: „Die wirtschaftlichen Dinge sind nicht zu verachten.“

"Der Gegner weiß nie, was er als nächstes macht"

Ein sofortiger Verkauf im Winter ist jedoch definitiv ausgeschlossen. Zumindest, wenn es nach Hecking geht. Der „wüsste nicht“, ob er ähnlich reagieren würde wie Kollege Ralf Rangnick aus Hoffenheim. Der hatte, nach dem hinter seinem Rücken abgewickelten 15 Millionen-Euro-Transfer von Luis Gustavo zu den Bayern, in Hoffenheim die Brocken hingeschmissen (siehe auch Seite 12).

„Wenn du mit so einem Jungen arbeiten darfst, dann macht dir das auch als Trainer einen Riesenspaß“, sagt Hecking über seinen gestressten Lieblingsschüler, der im Juni sein Abitur an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule bauen wird. „Illy“, schwärmt Hecking, „ist koordinativ hervorragend geschult. Der Ball gehorcht ihm. Der Junge hat eine sehr gute Spielauffassung, der Gegner weiß nie, was er als nächstes macht.“

Gündogan weiß diese Wertschätzung „sehr zu genießen“. Er kann sich eine Vertragsverlängerung auch weiterhin „gut vorstellen“. Was für die zahlungsfreudigen Interessenten ebenfalls bedeuten würde: April, April.

Mehr über den Club und Pinolas böses Foul gegen Robert Mak lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Dienstag, 4. Januar.

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