FCN: Der Franken-Versteher

Club-Trainer entpuppt sich als Kenner der Fan-Seele und verspricht: „Bei uns weiß auch der Letzte, dass es um alles geht“
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Da geht es lang zum Klassenerhalt: Trainer Dieter Hecking hofft auf die Fans, er weiß, wie sie ticken.
Wolfgang Zink Da geht es lang zum Klassenerhalt: Trainer Dieter Hecking hofft auf die Fans, er weiß, wie sie ticken.

Club-Trainer entpuppt sich als Kenner der Fan-Seele und verspricht: „Bei uns weiß auch der Letzte, dass es um alles geht“

NÜRNBERG Binnen nicht einmal fünf Monaten hat Dieter Hecking anderen, langjährigen FCN-Angestellten, einiges voraus. Der 45-jährige Trainer, geboren in Castrop-Rauxel im nördlichen Ruhrgebiet, bezeichnet sich gerne als „Franken-Versteher“. Hecking kann sich in die leidgeprüften Seelen der Anhänger gut hinein versetzen. „Ich verstehe, dass der Optimismus nicht bei 100 Prozent liegt – und das Gefühl von Angst und Hilflosigkeit nach dem 0:4 in Hamburg groß war“, sagt er vor dem Anti-Abstiegsfinale gegen Köln am Samstag. Aber auch: „Bei uns weiß auch der Letzte, dass es jetzt um alles geht. Die Spieler sind sensibilisiert, welch große Bedeutung der Club in der Region hat.“

"Wir müssen diesem Druck standhalten"

Endlich! Denn mit vier Pleiten in Folge haben Heckings Schützlinge eine vermeintlich komfortable Ausgangsposition fahrlässig in den Sand gesetzt. Aus eigener Kraft ist der direkte Nichtabstieg deshalb nicht mehr zu schaffen. „Wir müssen diesem Druck standhalten, müssen unsere fünfte Chance nutzen“, fordert Hecking volle Konzentration.

Keine Zwischenstände: Anzeigetafel bleibt stumm

„Wir müssen unsere Aufgabe erledigen, nichts anderes zählt. Da ist es zweitrangig, wie es in Bochum steht.“ Hecking begrüßt es daher, dass auf den beiden Anzeigetafeln am Samstag keine Zwischenstände von anderen Plätzen eingeblendet werden: „Das würde nur ablenken.“ Andererseits wird er selbst „gut informiert sein“, wie sich Bochum gegen Hannover im direkten Duell gegen den Abstieg schlägt.

Wie man trainiert, so spielt man, heißt es ja nicht nur im Fußball. Das hätte Hecking in den letzten Wochen gerne unterschrieben, übten seine Mannen doch mit der nötigen Aggressivität und Spielwitz. An den vergangenen Spieltagen lautete das Motto dann vorzugsweise: Hose voll auf dem Platz, Schnauze voll auf den Rängen. „Vielleicht kommt gegen Köln ja wieder so ein Umschwung – in die andere Richtung“, hofft Hecking. In den bisherigen Einheiten hat er registriert: „Die Spieler sind angespannt. Bislang war von Spielfreude oder Selbstvertrauen nicht viel zu spüren.“

"Diese Mannschaft ist keine Söldnertruppe"

Noch nicht – so seine Erwartung. Denn, davon ist der Trainer überzeugt: „Diese Mannschaft ist keine Söldnertruppe. Wer Leistungssportler ist, gibt bis zum letzten Tag alles.“ Damit spricht er auf seinen Sack voll Leihspieler an, von denen wohl Havard Nordtveit (Arsenal), Andreas Ottl (Bayern), Marcel Risse (Leverkusen) und Mickael Tavares (HSV) am Samstag in der Startformation stehen werden.

Stünde Hecking noch voll im Saft, wüsste er, was zu tun wäre. „Schuhe an, raus gehen, rennen, kämpfen bis zum Umfallen, Tore schießen wollen.“ Das kleine Fußball-Einmaleins eben. Mit einem möglichst positiven Ergebnis. Hoffentlich haben auch die Spieler ihren Franken-Versteher verstanden. Markus Löser

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