Die Torschuss-Paniker

Trainer Oenning kritisiert den eigenwilligen Boakye. Und einige Fans trauern sogar Charisteas nach
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Akrobatisch der Ansatz, dilettantisch das Ergebnis: Bei Isaac Boakye (r.), hier gegen den Mainzer Tim Hoogland, wäre bisweilen etwas weniger durchaus mehr.
dpa Akrobatisch der Ansatz, dilettantisch das Ergebnis: Bei Isaac Boakye (r.), hier gegen den Mainzer Tim Hoogland, wäre bisweilen etwas weniger durchaus mehr.

Trainer Oenning kritisiert den eigenwilligen Boakye. Und einige Fans trauern sogar Charisteas nach

NÜRNBERG Bei der Nullnummer des Club gegen den FSV Mainz 05 saß der einzige Sieger auf der Tribüne: der Gelb-gesperrte Christian Eigler. „Man hat in diesem Spiel sehr deutlich gesehen, wie wertvoll Christian für die Mannschaft ist“, konstatierte Vizepräsident Siggi Schneider.

Fans trauern schon Charisteas nach

Schneider war als einziger Offizieller zur Pressekonferenz erschienen und geriet ins Schwärmen: „Eigler hat einen guten Schuss, ist ein Strafraum-Wühler, immer ein Unruheherd und unberechenbar.“ Einer mit Killerinstinkt eben. Diese Eigenschaft war bei Wintereinkauf Albert Bunjaku (kam von Rot-Weiß Erfurt) bei seiner Premiere in der Startelf und bei seinem Sturmpartner Isaac Boakye im Spiel gegen Mainz kaum vorhanden. Einige Zuschauer trauerten ob der Flaute gar dem zwar oft im Abschluss harmlosen, dafür aber stets mannschaftsdienlich spielenden Angelos Charisteas nach, der im Winter nach Leverkusen ausgeliehen worden war.

„Wir haben vergessen, das Tor zu machen“ grummelte derweil Kapitän Andy Wolf. Und Trainer Michael Oenning klagte zum wiederholten Mal: „In entscheidenden Momenten machen wir das Tor nicht.“ Jedenfalls wurde mit der Nullnummer die Chance versiebt, Boden gegenüber Mainz und Fürth gutzumachen. Auch insgesamt ist die Torausbeute 2009 bescheiden: fünf Spiele, sechs Treffer. Zu wenig, um an den Aufstiegsrängen zu kratzen. Auf die 22 Saisonspiele umgerechnet, ergibt sich bei 30 erzielten Toren eine magere Durchschnittsquote von 1,36 pro Spiel.

Doch es liegt nicht nur an der Abschlussschwäche: Viele Großchancen gegen Mainz gab es gar nicht. Juri Judt scheiterte freistehend an FSV-Keeper Dimo Wache, Bunjaku vergab ebenfalls frei nach Mintals Flanke, und Boakye vergeigte leichtfertig nach einem Pass von Javier Pinola. Das war’s. Vor allem bei Boakye regierte dabei einmal mehr der Eigensinn. Er versuchte einen Kunstschuss mit dem Außenrist, anstatt einen der mitgelaufenen Kollegen anzuspielen. Zum Ärger von Oenning: „Wenn er da Risiko geht und das Tor macht, ist das in Ordnung. So aber muss er sich stellen.“

Mintal und der fehlende Torinstinkt

Der Kritik nämlich. „Tore sind mir egal, ich will nur der Mannschaft helfen“, hatte der Ghanaer via AZ noch versprochen. Umgesetzt hat er sein löbliches Vorhaben freilich nicht. Boakye bleibt also auf seinen bislang sechs Saisontreffern sitzen. Ebenso Marek Mintal, dem sein Torriecher offenbar abhanden gekommen ist. Wie hatte Oenning noch vor dem Spiel gescherzt: „Marek ist kein Stürmer, er ist kein Zehner, er ist ein Phantom. Aber er hat sechs Tore geschossen, also ist er ein Angreifer.“ Davon war leider gegen Mainz wieder nichts spüren. Matthias Hertlein/ERG

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