Die Club-Misere: Warum beim 1.FCN nichts klappt

Aber Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader halten noch eisern zu Trainer Oenning.Der gab sich und der Mannschaft zwei Tage frei
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Die Bank der langen Gesichter: Club-Trainer Michael Oenning, sein Co Armin Reutershahn, Torwart-Trainer Adam Matysek und Manager Martin Bader als ratloses Quartett.
bayernpress Die Bank der langen Gesichter: Club-Trainer Michael Oenning, sein Co Armin Reutershahn, Torwart-Trainer Adam Matysek und Manager Martin Bader als ratloses Quartett.

Aber Präsident Franz Schäfer und Manager Martin Bader halten noch eisern zu Trainer Oenning.Der gab sich und der Mannschaft zwei Tage frei

NÜRNBERG Club erobert Relegationsplatz - eine Überschrift, die nach dem 34. Spieltag noch Hoffnung machen würde auf den Klassenverbleib. Auch nach dem siebten Spieltag ist bei Rang 16 noch nichts verloren. Das Problem im FCN-Lager ist jedoch: Nach Hilf- und Konzeptlosigkeit bei der 0:1-Heimblamage gegen Bochum, scheint der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Die AZ nennt Gründe.

Der Trainer

Michael Oenning verbrachte am Sonntag seinen 44. Geburtstag bei der Familie in Hamburg. Aber er sah nach dem Offenbarungseid gegen Bochum ganz alt aus. „Keinerlei Struktur, keine Chancen und Nerven gezeigt“, analysierte er geschockt – und gab sich und seinen Versagern dennoch zwei Tage frei. „Die Woche war schließlich sehr intensiv.“ Das Attribut vom „netten Herrn Oenning“ nutzen die Spieler, das versichern sie zumindest, nicht aus.

„Wir müssen den Kopf wieder frei kriegen und auf positive Gedanken kommen,“ fordert Kapitän Andreas Wolf. Nur wie? Oenning ist überzeugt: „Wir werden am Montag wieder mit neuem Elan anfangen.“ Mit ihm als Cheftrainer. „Wir werden sicher keine Diskussion um ihn beginnen“, erklärt Martin Bader. „Als er letztes Jahr das Amt übernahm, war die Situation im Verein eine einzige Katastrophe, Michael hat sie gemeistert.“ Der Manager hält an Oenning fest.

Präsident Schäfer ratlos: "Was wollen und sollen wir denn verändern"

Der Jugendstil

Angesichts der Rotation – zwei Neue beim 1:2 gegen Bayern, gleich fünf beim 0:1-Pokal-K.o. gegen Hoffenheim und drei „Frischlingen“ am Freitag – zeigte die Startelf gegen Bochum „Schwindelgefühle“. Präsident Franz Schäfer: „Was wollen und sollen wir denn verändern? Auswärts treten die Jungs unbeschwert auf, daheim kommen sie mit dem Zwang, gewinnen zu müssen, scheinbar nicht klar.“ Nicht nur scheinbar, sondern offensichtlich. Dennoch bleibt’s beim Jugendstil. Schäfer: „Ich stehe voll zu unserer Strategie und dem Trainer. Stehen unsere Mitglieder nicht dahinter, müssen sie mich abwählen.“ Auf der Jahreshauptversammlung am 13. Oktober, bei der Schäfer als Interims-Boss bestätigt werden muss.

Der Kader

Auf die Frage der AZ, ob nicht ein Führungsspieler abgesehen von Torhüter Raphael Schäfer fehlt, antwortete Oenning: „Ich sehe nicht, dass die Mannschaft verunsichert wirkt.“ Nach der Blamage gegen Bochum muss sich der Trainer widerlegt fühlen. Für Helden der Vergangenheit wie Totalausfall Marek Mintal darf es keine Freifahrtscheine mehr geben. Schlussmann Schäfer, der kürzlich die Rotation kritisiert hatte, legt nach: „Wenn man nach sechs Minuten 0:1 hinten liegt, dann ist es logisch, dass bei einer jungen Mannschaft die Möglichkeiten fehlen.“ Potenzial allein reicht nicht in der Bundesliga – Qualität muss her.

Bader: "Bei uns herrscht keine Endzeitstimmung"

Die Finanzen

Mindestens zwei Millionen Euro beträgt das Haushaltsdefizit (AZ exklusiv am 16. September). Es droht sogar das doppelte Minus. „Dann ist es eben so“, sagt Bader nüchtern. „Ich bin heilfroh, dass wir dafür in der Bundesliga spielen dürfen.“ Will heißen, kein Geld für Weihnachtseinkäufe, oder? Präsident Schäfer trotzig: „Es kann sein, dass wir im Winter etwas tun zu müssen.“ Oenning hat mehrfach betont, in der nächsten Wechselperiode noch handeln zu können.

Aktuelle Maßnahmen

„Viele Gespräche“ hatte Bader am Freitag angekündigt. „Es ist ja nicht die erste Krise“. Gestern sagte der Manager: „Bei uns herrscht keine Endzeitstimmung. Auch wenn ich viel telefoniert habe.“ Mit der Mannschaft, dem Trainer. „Ich habe allen reinen Wein eingeschenkt. Wir dürfen den Glauben an uns aber nicht verlieren. Möglich, dass wir erst am 34. Spieltag gerettet sind, dann aber mit Michael Oenning.“ Sie halten zu ihrem Trainer – noch. Markus Löser

Mehr über den Club und Javier Pinolas Ausraster lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 28. September.

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