Club vor dem Krisen-Duell: Wer hat mehr Druck?

Beim Gastspiel in Hannover sieht Trainer Dieter Hecking seinen FCN im Vorteil. Und Diekmeier will die Stimmungslage nutzen – als Mittelfeldspieler
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Weiß um die Erwartungshaltung an seine Schürtzlinge: Club-Trainer Dieter Hecking.
Wolfgang Zink Weiß um die Erwartungshaltung an seine Schürtzlinge: Club-Trainer Dieter Hecking.

Beim Gastspiel in Hannover sieht Trainer Dieter Hecking seinen FCN im Vorteil. Und Diekmeier will die Stimmungslage nutzen – als Mittelfeldspieler

NÜRNBERG Die ersten 17 Saisonspiele mit der kümmerlichen Ausbeute von zwölf Punkten hätten auch anders laufen können. Da ist sich Dieter Hecking sicher. Allerdings hat der 45-jährige Nachfolger von Ex-Club-Trainer Michael Oenning auch erst einen Zähler in den Partien auf Schalke (0:1) und gegen Frankfurt (1:1) verbuchen können.

„Zu wenig“, für Hecking. Aber nach den beiden Auftritten ist er zumindest mit der neuen, defensiv deutlich stabileren Spielweise zufrieden: „Wenn die Mannschaft immer so aufgetreten wäre, hätte der Club ein paar Punkte mehr.“

Druck, Erwartungshaltung, müssen – welch garstige Worte

Die sollen, ja müssen, nun am Samstag beim Krisen-Duell in Hannover her. Das ist nicht nur die Erwartungshaltung der 1200 Fans, die ihren Verein nach Niedersachsen begleiten werden. „Wir befinden uns in einer Drucksituation“, redet Hecking gar nicht erst groß um den heißen Brei herum: „Daran wird sich so schnell auch nichts ändern. Wir haben aber die Möglichkeit, den Druck auf andere zu erhöhen.“ Was nur gelingt, „wenn wir selbst gewinnen“.

Druck, Erwartungshaltung, müssen – welch garstige Worte, die die ach so unter Strom gesetzten Spieler vorzugsweise nur dann gerne hören, wenn sie diese selbst verwenden und so versuchen, eine Niederlage zu rechtfertigen. „Nein, wir wollen schon gewinnen“, versichert Dennis Diekmeier. Der Rechtsverteidiger hätte kein Problem damit, künftig – wie von Hecking in der AZ angedeutet – im rechten Mittelfeld aufgestellt zu werden. „Trainersache“, sagt Dennis nur. Und die Erfolgsaussichten am Samstag? „Wir machen das schon. In Hannover herrscht ja nicht gerade gute Stimmung. Das müssen wir ausnutzen.“

Die Vorrunden-Floskel: "Gegner auf Augenhöhe"

Auch vor dem Hinspiel galten die 96er als ziemlich erledigt. Hecking hatte nach massiven Fanprotesten – gelinde gesagt – die Faxen dicke und war zurückgetreten. Prompt entführte sein vor zehn Tagen wieder geschasster Nachfolger Andreas Bergmann beim 2:0-Erfolg die drei Punkte aus der Noris. Weil die Cluberer mit der von Oenning und Manager Martin Bader geschürten Erwartungshaltung des „Gegners auf Augenhöhe“ (davon gab’s ja reichlich in der Vorrunde) und der Vorgabe eines Pflichtsieges nicht umzugehen wussten.

„Der Druck“, unkt Hecking jetzt, „liegt ein Stück weit höher auf Hannover. Die wollten im Abstiegskampf gegen Hertha BSC und in Mainz etwas vorlegen.“ Gegen die Berliner ging’s schief. Flugs wurde Mirko Slomka als neuer Trainer installiert, 96 ging in Mainz dennoch leer aus.

SMS an Slomka

Slomka und Hecking verbindet eine enge Freundschaft. Nicht nur, weil beide in Hannover wohnen. „Ich habe ihm per SMS zu seiner neuen Aufgabe gratuliert und viel Glück gewünscht“, sagt Hecking. Der nächste Samstag ist wohlweislich ausgeklammert. Denn, während Slomka laut „Sport-Bild“ 200000 Euro Nichtabstiegs-Prämie am 8. Mai kassieren könnte, geht es für Hecking um den Job. Sein Vertrag verlängert sich nur dann um zwei Jahre, wenn der Club in der Liga bleibt. Markus Löser

Mehr über den Club, wie und warum sich Kapitän Andreas Wolf bei Frankfurts Pirmin Schwegler entschuldigte, lesen Sie in der AZ-Printausgabe am Donnerstag, 28. Januar.

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