Club mutig: Die Bayern kommen gerade recht

Für Stürmer Julian Schieber ist der Zeitpunkt des bayerischen Gipfeltreffens sogar „der Idealfall, denn die Münchner müssen unbedingt gewinnen“
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„Die Situation bei den Bayern kann uns in die Karten spielen“: Julian Schieber jedenfalls fährt optimistisch nach München.
Bayernpress „Die Situation bei den Bayern kann uns in die Karten spielen“: Julian Schieber jedenfalls fährt optimistisch nach München.

Für Stürmer Julian Schieber ist der Zeitpunkt des bayerischen Gipfeltreffens sogar „der Idealfall, denn die Münchner müssen unbedingt gewinnen“

NÜRNBERG So viel Euphorie herrschte schon lange nicht mehr in Fußball-Franken. Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokal, der Gegner scheint mit Drittligist Kickers Offenbach am 21. Dezember ein machbarer zu sein. Noch besser: Nach elf Spieltagen in der Bundesliga rangiert der Club mit 18 Punkten und dem Hamburger SV auf dem geteilten, aber höchst komfortablen sechsten Platz – drei Ränge höher notiert als der ewige Erzrivale von der Isar. Und Furcht haben sie beim Club keine vor den kriselnden Ober-Bayern.

"Macht Euch in München unsterblich"

„Macht Euch in München unsterblich!“ forderten die Treuesten der Treuen auf einem Plakat nach dem 3:1 gegen Köln am Samstag. Am Siegeswillen vor dem 181. Prestige-Duell mangelt es dem „magischen Elf-Eck“, wie Spielmacher Ilkay Gündogan sich und die Kollegen nun bezeichnete (AZ berichtete), jedenfalls nicht. Die Bayern kommen Julian Schieber & Co. gerade recht. „Für uns“, denkt der vom VfB Stuttgart bis Saisonende ausgeliehene Stürmer, „ist das kommende Wochenende der Idealfall.“ Denn: „Die Bayern müssen gewinnen, da müssen wir uns nichts vormachen.“ Und genau dieser Druck könnte zum Zünglein an der Waage werden. Zugunsten des „krassen Außenseiters“, wie Trainer Dieter Hecking – taktisch geschickt – eher die Papierform denn die aktuellen Leistungen der beiden Kontrahenten in den Vordergrund schiebt.

"Es ist schön, mal nicht mit dem Messer an der Kehle nach München zu fahren"

„Die Situation kann uns in die Karten spielen“, hofft Schieber. Denn wir können ohne jeglichen Druck antreten, die Bayern aber wollen immer noch Meister werden.“ Oder, um es mit Manager Martin Bader zu sagen: „Es ist schön, wenn man mal nicht mit dem Messer an der Kehle nach München fahren kann.“

Zwölf Punkte und 18 Treffer in der Tordifferenz beträgt bereits der Rückstand für die Münchner auf Liga-Primus Dortmund. Dass die Club-Spieler allerdings – wie leider schon häufig in München – zu Schießbudenfiguren mutieren, ist nicht zu befürchten. Selbst durch Gegentore lassen sie sich nicht mehr aus dem Konzept bringen, sondern glauben weiter an die eigene Stärke. Das nötigt selbst den stets um Bodenhaftung bemühten Hecking ein „Riesenkompliment“ ab, „wie die Jungs es mittlerweile verstehen, mit Rückschlägen umzugehen.“

"Wir dürfen nicht denken, wir hätten schon was erreicht"

Was auch dem Team hinter dem Team zu verdanken ist. „Da gehören nicht nur die Elf auf dem Platz dazu“, verrät Schieber, „sondern auch die auf der Bank, alle im Kader, das gesamte Trainerteam bis zu unserer medizinischen Abteilung.“ Wobei für Publikumsliebling Javier Pinola „Trainer Hecking die Hauptrolle spielt“, wie er auf ClubTV versichert. „Er spricht sehr viel mit uns und schenkt uns viel Selbstvertrauen.“ Gleichzeitig warnt und fordert der Argentinier jedoch: „Wir dürfen nicht denken, wir hätten schon etwas erreicht. Wir müssen in Ruhe weiter arbeiten.“

Denn genau darin liegt die Kraft des Club im Jahr 2010. „Die Euphorie unserer Fans ist alles andere als beunruhigend“, lobt Hecking den stimmgewaltigen und reisefreudigen Anhang. Aber: „Intern werden wir, wie auch schon in Krisenzeiten, einen klaren Kopf behalten, den Durchblick mit Blick aufs Wesentliche nicht verlieren.“

Schlusswort Schieber: „Unser Ziel bleibt der Klassenverbleib. Wir schauen wirklich nur nach hinten.“ Und wenn dort die Bayern stehen, umso besser. Markus Löser

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