Club: Kredit ist aufgebraucht – neuer Name fürs Stadion!

Wegen mangelnder Akzeptanz für ihr Engagement zieht sich die Teambank bald als Namensponsor zurück. Dem FCN fehlen dann bis zu 600000 Euro
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Namenstaufe im Februar 2006: Teambank-Chef  Theophil Graband, Ex-Boss Michael A. Roth und OB Ulrich Maly.
dpa Namenstaufe im Februar 2006: Teambank-Chef Theophil Graband, Ex-Boss Michael A. Roth und OB Ulrich Maly.

Wegen mangelnder Akzeptanz für ihr Engagement zieht sich die Teambank bald als Namensponsor zurück. Dem FCN fehlen dann bis zu 600000 Euro

NÜRNBERG Jetzt ist der Kredit endgültig aufgebraucht! Wegen mangelnder Akzeptanz für ihr Engagement zieht sich die Teambank als Namensponsor des Stadions zurück. Der nächsten Juni auslaufende Vertrag wird maximal noch um ein Jahr verlängert. Spätestens 2012 ist das easyCredit-Stadion aber definitiv Geschichte. Für jene durchaus zahlreichen Fans, die seit jeher mit dem Begriff nicht recht warm geworden sind, war diese Entscheidung längst überfällig. Für alle Beteiligten – Stadt, Stadionbetreiber-Gesellschaft und auch den 1. FC Nürnberg – ist diese Entwicklung aber ein Schock!

"Hoffe, dass Club nicht darunter leiden muss"

„Ich hoffe, dass der Club nicht darunter leiden muss“, hatte FCN-Vorstand Ralf Woy bereits vor Wochen geunkt, nachdem die Teambank die Verhandlungen über die Verlängerung der Namensrechte überraschend ausgesetzt hatte (AZ berichtete). Diese Vorahnung hat sich nun leider bestätigt. Denn mit dem Rückzug aus dem drei Millionen-Euro schweren Namenssponsoring endet gleichzeitig auch die Exklusiv-Partnerschaft mit dem FCN, die Woy & Co. jährlich bis zu 600000 Euro in die Kasse spülte. Keine rosigen Aussichten angesichts von fast elf Millionen Euro Miesen. Zumal, sollte die Betreibergesellschaft „Hochtief“ bis 2012 keinen neuen Sponsor auftreiben, dem FCN laut Manager Martin Bader eine satte Mieterhöhung drohen könnte.

Die ist nicht ausgeschlossen. Auch wenn Hochtief-Geschäftsführer Alfred Diesner gegenüber der AZ beteuert, zu hoffen, darum herumzukommen, gibt er doch zu: „Wir haben bislang noch keine Verhandlungen mit anderen Unternehmen aufgenommen. Und wir sind dafür auch noch nicht aufgestellt.“

"Nicht einfach, Namenssponsor zu finden"

Doch die Zeit drängt. Ein Jahr lang habe man jetzt zwar noch „Planungsicherheit“, sagt Bader. Aber auch er weiß, dass es „nicht einfach ist, in dieser Zeit einen Namenssponsor zu finden“. Vor allem vorzugsweise einen, der sich dann „wie jetzt dieTeambank auch beim Club engagiert“. So firmiert etwa in Mönchengladbach das Stadion nur deshalb noch unter dem Namen Borussia-Park, weil die Fohlen-Bosse seit Jahren niemanden auftreiben, der ihnen die Namensrechte abkaufen kann.

Bei der Stadt wähnt man sich dagegen auf der sicheren Seite – noch! Bis 2016 läuft der Vertrag der Betreibergesellschaft mit der Kommune. Solange muss Hochtief weiter die Pacht bezahlen, egal, wie das Stadion heißt. Kein Wunder, dass sich der zuständige Sportbürgermeister Horst Förther um einen Nachfolger für die Teambank im Moment wenig Gedanken macht: „Wir sind in die Suche nicht involviert.“ Klar sei aber auch, dass, „wenn die Betreibergesellschaft dann nur noch Verluste einfährt, es auch uns treffen wird.“ Oder den Steuerzahler.

Dabei wäre dieses Dilemma womöglich zu vermeiden gewesen. Denn nach dem Umbau für die WM 2006 hatte sich auch der Club um den Betrieb des Stadions beworben. Die Stadt entschied sich aber für Hochtief, was Bader angesichts des jetzigen Lage mächtig auf die Palme bringt: „Damals haben sie bei der Stadt uns das nicht zugetraut. Jetzt müssen wir vielleicht in die Bresche springen.“ K. Kaufmann

Mehr über den Club und Trainer Dieter Hecking vor dem Hoffenheim-Spiel lesen Sie in der Printausgabe Ihrer Abendzeitung

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