Club: Kapitän Wolf vor dem Abschied?

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung stecken fest. Es geht ums Geld und der Abwehrchef sagt: „Klar, dass wir uns anderweitig umschauen“
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„Manchmal gibt es auch Überraschungen“: Andreas Wolf scheint wechselwillig zu sein.
Wolfgang Zink „Manchmal gibt es auch Überraschungen“: Andreas Wolf scheint wechselwillig zu sein.

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung stecken fest. Es geht ums Geld und der Abwehrchef sagt: „Klar, dass wir uns anderweitig umschauen“

BELEK Einmal Club, immer Club? Mannschaftskapitän Andreas Wolf, seit 1997 am Valznerweiher, wäre es zuzutrauen, dass er neben seiner Frau Sandra noch immer in FCN-Bettwäsche schläft. „Wir haben in Fischbach ein Häuschen gebaut, und auch im Verein habe ich mir vieles aufgebaut. Das lässt man sich nicht so einfach wegnehmen“, sagt Andy. Doch die Gespräche über eine Vertragsverlängerung über 30. Juni hinaus stecken in der (finanziellen) Sackgasse. Der Abwehrrecke geht nun in die Offensive: „Da ist es doch klar, dass wir uns anderweitig umschauen.“

"Wolf muss einsehen, dass sich die Zeiten geändert haben"

Allerdings gilt zu beachten: Angebot und Nachfrage regulieren den Markt. Und damit die Preise. Wolf, der beim Club von der Goldgräberstimmung nach dem Pokalsieg 2007 profitierte, gehört neben den letzten verbliebenen Helden von Berlin - Javier Pinola, Marek Mintal und Raphael Schäfer, nach dessen einjährigem Intermezzo beim VfB Stuttgart – zu den vier Spitzenverdienern im Team von Trainer Dieter Hecking. „Natürlich wissen wir, wie wichtig Andy für den Verein ist und welchen Stellenwert er auch bei den Fans genießt“, sagt Manager Martin Bader. „Aber auch er muss einsehen, dass sich die Zeiten aufgrund der Wirtschaftskrise geändert haben.“ Nicht nur der weltweiten – auch der vereinsinternen.

Auf 10,6 Millionen Euro beliefen sich die Club-Schulden Ende Juni letzten Jahres. Angehäuft durch einen finanziellen Ritt auf der Rasierklinge mit der letztlich realisierten Rückkehr ins Oberhaus 2009 sowie dem erfolgreichen Klassenverbleib nach der letzten Saison. „Fußball ist eben schnelllebig“, weiß auch Wolf. Damit bezieht er sich aber eher auf einen möglichen Wechsel, als auf den wohl zu verschmerzenden Kursverfall auf seinem Gehaltszettel.

"Manchmal gibt es auch Überaschungen"

Dass er mit 28 Jahren auf einen letzten großen Vertrag spekuliert, ist legitim. Die Frage ist nur: wo? Dass das Russisch des im tadschikischen Leninabad geborenen Wolf in den letzten Jahren erheblich gelitten hat, ist kein Grund, möglicherweise nicht an die Wolga (zu ZSKA oder Spartak Moskau oder Rubin Kazan) bzw. die Neva (Meister Zenit St. Petersburg) zu wechseln. Jedoch setzen die vier Topvereine eher auf Weltklassespieler. Der Rest der Liga wäre interessiert zahlt aber bekanntlich unregelmäßig.

Angeblich soll es jedoch Angebote von deutschen Vereinen mit konstant internationalen Ansprüchen geben. Wolf: „An erster Stelle steht der Club. Aber manchmal gibt es auch Überraschungen.“ Beim Wechseln der Bettwäsche?

Mehr über das Club-Trainingslager in Belek, Mintals USA-Pläne und den Ärger der Fans lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Mittwoch, 5. Januar.

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