Club einfach nur armselig – und der Trainer ist ratlos

Nach der peinlichen Vorstellung beim 0:1gegen Freiburg spricht Michael Oenning von „unerklärlich“. Und gibt zu: „Wir sind auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden“
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Stefan überwindet Stephan: Der frühe Streich von Stefan Reisinger (rechts) reichte den Freiburgern zum 1:0-Sieg.
Wolfgang Zink/MaWi Stefan überwindet Stephan: Der frühe Streich von Stefan Reisinger (rechts) reichte den Freiburgern zum 1:0-Sieg.

Nach der peinlichen Vorstellung beim 0:1gegen Freiburg spricht Michael Oenning von „unerklärlich“. Und gibt zu: „Wir sind auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden“

NÜRNBERG Willkommen zurück in der Normalität! So schön die 3:2-Sensation des Club in Wolfsburg letzte Woche war: Was der Erfolg beim Meister wirklich wert gewesen ist, zeigte die 0:1-Blamage gegen Mitaufsteiger SC Freiburg. Denn die peinliche Pleite kann für die Mannschaft von Trainer Michael Oenning böse Folgen haben.

Diekmeier: "Wir haben die ersten 15 Minuten verpennt"

Zuhause – wie schon gegen Bochum (0:1) und Hannover (0:2) – gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zu verlieren, ist nicht nur leichtfertig, sondern „tut richtig weh“, wie Kapitän Andy Wolf zugeben musste. Allerdings ist es weniger die Pleite selbst, als die Art und Weise, wie diese zustande kam, was Sorgen macht. Im Prinzip lässt sich die Vorstellung des Club so zusammenfassen: 15 Minuten Tiefschlaf, danach blindes Anrennen.

Die Euphorie, die der Sieg in Wolfsburg entfacht hatte, war wie weggeblasen. „Bei uns war in der ersten Hälfte zu wenig Bewegung drin“, bemängelte Wolf. Noch deutlicher wurde Dennis Diekmeier: „Wir haben die ersten 15 Minuten komplett verpennt.“ Eigentlich unerklärlich in einem Spiel, in dem laut Manager Martin Bader die gute Chance auf „beruhigte Weihnachten“ bestand. In dem sich die Mannschaft mit drei Punkten ein Stück weit aus dem Tabellenkeller verabschieden hätte können. Stattdessen gab’s einen bösen Rückschlag. Da war sogar der Trainer ratlos: „Es ist mir unerklärlich, warum wir so schlecht ins Spiel gekommen sind. Wir haben so ziemlich alles vermissen lassen, was wir in der Woche zuvor noch gezeigt haben.“

Oenning: "Sie haben es versucht, aber zu hilflos"

Beim Chancenfestival in Wolfsburg hatten sich Oennings Schützlinge durch verschärftes Pressing bereits in der ersten Viertelstunde mehrere hochkarätige Möglichkeiten erarbeitet. Gegen schwache Freiburg sprangen in 90 Minuten gerade mal vier Chancen heraus: durch Peer Kluge (44./88.), Diekmeier (89.) und Eric Maxim Choupo-Moting (90+1). Wobei besonders die Abteilung Attacke mit Albert Bunjaku und Christian Eigler an Harmlosigkeit kaum zu unterbieten war. Bunjaku rannte sich wiederholt im SC-Strafraum fest. Und der seit Wochen schwächelnde Eigler fiel nur auf, als er den Ex-Fürther Stefan Reisinger fahrlässig frei einnetzen ließ (12.).

Erschreckend auch die Ideenlosigkeit, mit der Oennings Profis versuchten, die Pleite abzuwenden. Die Kreativ-Abteilung, allen voran der indisponierte Daniel Gygax, der letzte Woche noch zwei Treffer vorbereitete, war komplett abgemeldet. Der Rest der Wolfsburg-Überflieger agierte planlos. Oenning: „Heute sind wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.“ Das Bemühen wollte er seinen Akteuren nicht absprechen: „Sie haben es versucht, aber zu hilflos.“ Wie viele zu den mageren zwölf Punkten bis zur Winterpause dazukommen, ist fraglich. In der Form vom Samstag eher keine(r) mehr!Krischan Kaufmann

Mehr über den Club, den Eklat um Angelos Charisteas und Alexander Stephans Bundesliga-Debüt lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 30. November.

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