Club 0:2! Eine Lehrstunde in Sachen Cleverness

Wolfsburg nützt durch seine Starstürmer Dzeko und Grafite zwei FCN-Fehler eiskalt aus und beschränkt sich ansonsten auf das Nötigste. Ganz schwache Schiedsrichter-Leistung
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Die Vorentscheidung: Edin Dzeko (l.) trifft beim ersten ernstzunehmenden Versuch gleich ins Schwarze. Club-Keeper Raphael Schäfer ist absolut machtlos.
bayernpress Die Vorentscheidung: Edin Dzeko (l.) trifft beim ersten ernstzunehmenden Versuch gleich ins Schwarze. Club-Keeper Raphael Schäfer ist absolut machtlos.

Wolfsburg nützt durch seine Starstürmer Dzeko und Grafite zwei FCN-Fehler eiskalt aus und beschränkt sich ansonsten auf das Nötigste. Ganz schwache Schiedsrichter-Leistung

NÜRNBERG Auch bei einer Niederlage gibt es durchaus Beteiligte, die man loben darf. Beim 0:2 des 1. FCN gegen den VfL Wolfsburg nach Treffern von Edin Dzeko und Grafite gilt dies für Club-Trainer Dieter Hecking, dessen Analyse unmittelbar nach dem Schlusspfiff perfekt war. „Wolfsburg hat uns gezeigt, wie clever man spielen muss. Sie haben unsere Fehler mit Toren bestraft, während wir unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben.“

Club wurden zwei Elfmeter verweigert

Volltreffer. Mancher Fußball-Lehrer hätte sich in dieser Situation, in der der Club mit Hannover und Bochum vermutlich ausspielt, wer nicht in die Relegation muss, darauf beschränkt, über die Ungerechtigkeit im Fußball und die Unzulänglichkeiten im Schiedsrichterwesen zu lamentieren. Hecking verwies zwar auch darauf, dass er in Halbzeit eins zwei mögliche Strafstöße für sein Team gesehen hatte, zunächst spielte Wolfsburgs Hasebe Hand im Strafraum, dann senste Pekakrik Bunjaku um, jammerte aber nicht darüber. Dass der schwache Referee Guido Winkmann auch noch einen dritten Elfer (Pinola an Dzeko) nicht pfiff, war nur eine Randnotiz.

Denn individuelle Fehler entschieden die Partie, in der laut Wolfsburg Starstürmer Edin Dzeko „Nürnberg die bessere Mannschaft war.“ Was die Statistik unterstrich: 56 zu 44 Prozent Ballbesitz, 25 zu 6 Torschüsse pro Club. Aber, erst patzte Gündogan, dann Pinola im Verbund mit Maroh. Gündogan einsichtig: „Das erste Gegentor geht auf meine Kappe. So etwas darf nicht passieren, ein klassischer individueller Fehler.“

Hecking: "Einen Dzeko kann man nicht ganz ausschalten"

Nämlichen nützte Ex-Cluberer Misimovic zum genialen Pass auf Dzeko, der ließ mit einem Haken die verzweifelt zurücksprinteten Diekmeier und Pinola ins Leere laufen und schlenzte den Ball danach eiskalt aus 16 Metern am absolut machtlosen Schäfer vorbei ins Tor. Hecking voller Anerkennung: „Das hat er richtig gut gemacht. Das ist Qualität.“ Qualität, die mit 40 Millionen Euro taxiert wird. Hecking weiter: „Einen Dzeko kann man nicht ganz ausschalten. Wir wollten halt ein Tor mehr schießen als er.“ Nicht gelungen, weil seine Profis zunächst nur zu Distanzschüssen kamen (Pinola), später entweder an VfL-Keeper Benaglio scheiterten (Risse, Gündogan), schlicht das Tor nicht trafen (Choupo-Moting, Bunjaku) oder den Eigensinn pflegten (Eigler).

Anders Wolfsburg. Vor dem zweiten Treffer war die linke Seite verwaist. Dies nützte Hasebe für eine perfekte Flanke auf Grafite, der mühelos Maroh übersprang und einköpfte. Hecking: „Da war ein Loch auf links, das hat der VfL optimal ausgenützt.“ Und die Niederlage war besiegelt.

Junge FCN-Spieler können mit Druck umgehen

„Bitter“ für Gündogan, „wir wollten den Sieg, waren hungrig. Wir wären auch mit einem Punkt nicht zufrieden gewesen.“ Es wurde keiner, weil „wir nicht konsequent waren“, ärgerte sich Risse, „vor dem Wolfsburger 1:0 hätten wir schon längst zuschlagen müssen.“ Auch für Hecking war es „sicher ein Rückschlag, aber jetzt kommen noch vier Spiele, und da werden wir Punkte holen.“

Müssen sie auch, denn es bleibt spannend im Schneckenrennen weg vom Relegationsplatz. Dass die junge Mannschaft jetzt die Nerven verlieren könnte, daran glaubt FCN-Manager Martin Bader jedoch nicht. „Sie haben zwar keine Erfahrung im Abstiegskampf, kennen aber den Druck aus der letzten Aufstiegssaison, da sind wir auch ewig der Musik hinterher gelaufen.“ Momentan sind sie einen Punkt und ein Tor voraus. Wahrlich kein Ruhekissen, aber angesichts der bislang gespielten Rückrunde auch kein Grund, in Panik zu verfallen.ERG, MaC

Mehr über den Club, die Einzelkritik und die plötzliche Rückhol-Aktion von Leverkusen in Sachen Marcel Risse lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 12. April.

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