Brösel-Alarm in der Arena-Hüpfburg

Und noch weitere Pannen beim 28:42 der Club-Handballerinas in der Champions League gegen das dänische Überteam aus Viborg
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Sorgten für prächtige Stimmung und bröselnden Beton in der Arena: Die FCN-Ultras im Konfetti-Regen.
Wolfgang Zink Sorgten für prächtige Stimmung und bröselnden Beton in der Arena: Die FCN-Ultras im Konfetti-Regen.

Und noch weitere Pannen beim 28:42 der Club-Handballerinas in der Champions League gegen das dänische Überteam aus Viborg

NÜRNBERG Das Drehbuch zur Champions-League-Partie zwischen den Club-Handballerinas und Topfavorit Viborg HK war beinahe Oscar-verdächtig. Die Gäste aus Dänemark waren zunächst gen Bamberg statt in die Nürnberger Arena kutschiert, wo der extra verlegte Spezialboden Wellen schlug. Den Offiziellen des europäischen Verbandes stand die Zornesröte im Gesicht, akzeptierten aber die größtenteils vergeblichen Nachbesserungsarbeiten zähneknirschend. Zudem bröckelte der Beton in der Halle, weil rund 1000 FCN-Ultras unter den insgesamt 4031 Zuschauern die Arena einer Hüpfprobe unterzogen. Das alles, gepaart mit der klaren 28:42 (16:23)-Niederlage der Club-Girls, tat der fantastischen Stimmung allerdings keinen Abbruch.

Dänisches "Danke" wurde missverstanden

„Die Atmosphäre war einfach genial“, strahlte Viborgs mit zehn Toren Beste, die deutsche Nationalspielerin Grit Jurack, über beide Ohren. „Deshalb sind wir hinterher auch zu den Nürnberger Fans, um uns für dieses Gänsehautfeeling zu bedanken. Leider haben sie uns ausgepfiffen, da haben sie uns wohl falsch verstanden.“ Die Ultras, die zusammen mit ihren Gästen aus Schalke, Göteborg, Wien, Larissa und Brescia den Auftakt zu ihrem 15. Geburtstag lautstark und mit Konfettiregen gefeiert hatten.

Zwei Polizistinnen und fünf Stehplatz-Kunden "evakuiert"

„Alles nicht so dramatisch“, konnte Alex Gotzner, Konzertchef der Arena, hernach Entwarnung geben. Betonteile hatten sich nach den obligatorischen Hüpfeinlagen der Ultras aus der Decke im Unterrang gelöst. Worauf fünf Stehplatz-Besucher und zwei Polizistinnen „evakuiert“ werden mussten. Die Ultras verzichteten fortan einsichtig auf rhythmisches Springen.

„Wir haben Nürnberg sehr ernst genommen“, erklärte derweil Anja Althaus, die zweite deutsche Legionärin im HK-Trikot. Die Kreisläuferin (drei Tore) war schon vor Anpfiff die Rettung der Däninnen. „Ich habe mich gewundert, dass wir nach Bamberg gefahren werden sollten. Dabei stand doch auf den Karten meiner Eltern eindeutig ,Nürnberg’. Ich habe sofort Alarm geschlagen.“

"Die haben uns einfach überrollt"

So spät das Team das richtige Ziel mit über 30-minütiger Verspätung erreicht hatte, so ausgeschlafen war es von der ersten Minute an. „Die haben uns einfach überrollt“, gestand die torlose Christina Rohde. Wobei: Die schöneren Treffer, darunter fünf Kempas, erzielten die Nürnbergerinnen. „In der Abwehr hat es bei uns einfach nicht gepasst“, bilanzierte Wirbelwind Sara Walzik. Und Ania Rösler, die mit elf Treffern glänzte, hätte sich gewünscht, „dass es ein bisschen spannender gewesen wäre“. Dennoch war auf Einladung der Ultras danach Party angesagt.

Nürnbergs tapfere Heldinnen bleiben nach der Lehrstunde in Gruppe D auch nach dem vierten internationalen Duell ohne Punkt – und können sich ab sofort komplett auf Bundesliga und DHB-Pokal, das Achtelfinale steigt bereits am Mittwoch in der BBZ-Halle gegen Liga-Primus Leverkusen (19 Uhr), konzentrieren. Denn die Chance auf Gruppenplatz drei, der zur Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger berechtigt, ist vor den verbleibenden Partien bei Krim Ljubljana (10. Januar) und gegen HB Metz (16. Januar) äußerst gering. Markus Löser

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