Angst nur vor großen Tieren

Club-Rückraum-Ass Ania Rösler fürchtet keinen Gegner – wohl aber animalische Attacken. Nach einer Begegnung mit einem Braunbär folgte noch ein Affen-Angriff, ein liebestoller Oktopus und der unfreiwillige Zusammenstoß mit einer Qualle, damit ist die Beziehung zur Tierwelt nachhaltig getrübt.
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Keine verhängnisvolle, sondern eine höchst erfolgreiche Affäre: Trainer Herbert Müller und seine Musterschülerin Ania Rösler.
az Keine verhängnisvolle, sondern eine höchst erfolgreiche Affäre: Trainer Herbert Müller und seine Musterschülerin Ania Rösler.

Club-Rückraum-Ass Ania Rösler fürchtet keinen Gegner – wohl aber animalische Attacken. Nach einer Begegnung mit einem Braunbär folgte noch ein Affen-Angriff, ein liebestoller Oktopus und der unfreiwillige Zusammenstoß mit einer Qualle, damit ist die Beziehung zur Tierwelt nachhaltig getrübt.

Die Angriffe ihrer Gegenspielerinnen, ob Trierer Mieze oder Ketscher Bärin, können Ania Rösler nichts anhaben. Schließlich hat das Geburtstagskind, dass heute 26 wird, schon Begegnungen ganz anderer Art hinter sich.

„Mit Tieren habe ich’s nicht so“, lacht Ania und verrät, dass sie als Kind im Zirkus einem aus seinem Käfig entwischten Braunbären Auge in Auge gegenüber stand. Diese Schrecksekunde hätte die Rückraumgranate der Golden Girls vielleicht noch verkraftet, wären da nicht noch ein Affen-Angriff, ein liebestoller Oktopus und der unfreiwillige Zusammenstoß mit einer Qualle gewesen, die die Beziehung zur Tierwelt nachhaltig trüben.

Viel lieber sind Ania, die Sport in Erlangen studiert, da schon Kinder, zumal die auch weitaus weniger beißfreudig sind. In Tübingen, wo sie vor ihrer Zeit in Nürnberg ihre Zelte aufgeschlagen hatte, unterrichtete sie auch schon mal Sport an einer Grundschule. Ein Berufswunsch für die Zeit nach dem Handball ist daraus allerdings nicht geworden: „Ich konzentriere mich erstmal auf den Sport“, ist sich Ania noch nicht schlüssig, „was danach kommt, weiß ich noch nicht“.

Danach – das ist noch lange hin. Erstmal steht Olympia auf dem Programm. „Das ist mein großer Traum“, sagt die siebenmalige Nationalspielerin, „Die Chancen stehen gut.“ Weiter mag sich Ania nicht aus dem Fenster lehnen, das wäre auch gar nicht ihre Art. Es ist nicht viel zu sehen von der Aggressivität auf dem Parkett, für die sie bekannt und gefürchtet ist. Leise spricht sie, diplomatisch sind ihre Antworten.

Nürnberg ist inzwischen zu einer zweiten Heimat für die in Paris geborene Handballerina geworden, die sich eine Wohnung mit Steffi Ofenböck teilt: „Ich fühle mich hier sehr wohl, habe viele Freunde gefunden.“ Mit denen geht Ania in ihrer knappen Freizeit gerne in Biergärten oder in die „Bar 77“. Damit können selbst die lukrativsten Angebote anderer Vereine nicht mithalten, die regelmäßig ins Haus flattern. Zuletzt hatte Finalgegner HC Leipzig vergeblich mobil gemacht.

Gegen einen Abend zu Hause hat sie auch nichts einzuwenden. „Ich koche gerne“, verrät Ania. Gegessen wird dann vor dem Fernseher, schließlich ist Ania bekennender Serien-Fan: „Am liebsten die Gilmore Girls oder Dr. House – jedenfalls nichts Deutsches.“ Bleibt die Kiste aus, greift sie gerne auch mal zu einem Buch. „Zuletzt ,Ein Hauch von Schnee und Asche’ von Diana Gabaldon.“

So ganz kann die frischgebackene Meisterin aber auch außerhalb der Halle nicht vom Handball lassen. Mit ihrer Schwester Milena (22) spielt Ania in einer Beach-Handball-Mannschaft. Die Familie ist für die Halb-Venezolanerin ohnehin der wichtigste Rückhalt: „Ich telefoniere täglich mit meiner Mutter.“ Auf Spanisch, schließlich beherrscht sie die Sprache fließend. In Sachen eigener Familienplanung hält sie sich allerdings bedeckt. „Privatsache“, so die knappe Antwort.

Gar nicht bedeckt hält sich Ania in Sachen Ehrgeiz. So kommt es schon mal vor, dass der Pink- und Rihanna-Fan mit Franzi Beck, mit der sie sich bei Auswärtsspielen das Hotelzimmer teilt, stundenlang an der Spielkonsole „Singstar“ übt, um den teaminternen Schlagerkönig, Trainer Herbert Müller, vom Thron zu stoßen. „Wir singen, bis wir keine Stimme mehr haben“, lacht Ania, „Ich kann eben nicht verlieren.“ Nur wenn ein Braunbär auftaucht, gibt sie lieber auf.

M. Kolonic

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