Abschied mit Tränen

Die 1:2-Niederlage im letzten Saison-Heimspiel gegen Hoffenheim war Nebensache: Tausende Fans feiern einen tief bewegten Marek Mintal. Wechselt die FCN-Ikone zum FC St. Pauli?
| M. Löser, K. Kaufmann
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Bei dieser Ehrenrunde standen selbst hartgesottenen Cluberern die Tränen in den Augen: Marek Mintal verabschiedet sich mit Sohn Sebastian von den Fans – die diesen Moment alle abwarteten.
Wolfgang Zink Bei dieser Ehrenrunde standen selbst hartgesottenen Cluberern die Tränen in den Augen: Marek Mintal verabschiedet sich mit Sohn Sebastian von den Fans – die diesen Moment alle abwarteten.

NÜRNBERG Und dann ergriff er doch noch das Mikrofon. Inbrünstig sang Club-Idol Marek Mintal gemeinsam mit tausenden Fans in der Nordkurve die FCN-Hymne „Die Legende lebt”. Gänsehaut pur. Am „Phantom-Schmerz” konnte auch der 1:2-K.o. gegen Hoffenheim im letzten Heimspiel der Saison nichts ändern.
„Hallo liebe Club-Fans”, begann Mintal, Spitzname „Phantom”, mit tränenerstickter Stimme seine Rede. „Ich will mich bei euch allen bedanken für acht tolle Jahre im tollsten Verein der Welt. Sie haben mir immer Kraft gegeben, egal, ob es gut oder schlecht gelaufen ist. Das vergesse ich mein ganzes Leben nicht. Ich sag’ ein letztes Mal: Danke! Danke für alles! Ich liebe euch! Tschüß.”

 

"Niemand soll es wagen, Mintals 11 zu tragen!”


Aber die wenigsten Anhänger wollten nach Hause. Marek auch nicht. Es herrschte auf beiden Seiten der Tartanbahn eine Mischung aus Nicht-wahr-haben-wollen und doch froh zu sein, es endlich irgendwie hinter sich zu bringen: den endgültigen Abschied von einem der Größten, die je das Club-Trikot getragen haben.
„Niemand soll es wagen, Mintals 11 zu tragen!” stand auf einem der zahllosen Plakaten. Manager Martin Bader: „In der nächsten Saison werden wir diese Nummer sicher nicht vergeben.” Trainer Dieter Hecking gestand ein: „Wir werden wohl erst mit etwas Abstand registrieren, was Marek für diesen Verein geleistet hat.” Und: So einen Abschied hätte sich der 46-Jährige auch gewünscht. „Meiner war nüchtern, nur mit Blumenstrauß”, erinnert sich Hecking.

 

"Der Club ist und bleibt meine große Liebe”


In Hannover hatte man ihm 1999 gesagt, dass seine Zeit abgelaufen wäre. Aber er wollte – wie Mintal jetzt – unbedingt weiterspielen. Bei Eintracht Braunschweig war nach einem Totalschaden im Knie schneller Schluss als erwartet. „Was die Fans, auch mit dem Konfettiregen, abgezogen haben”, sagt Hecking. „Das wird Marek 100 Prozent gerecht.”
Dubai ist in der Verlosung, auch eine Rückkehr nach Zilina. „Wenn möglich, möchte ich aber in Deutschland bleiben”, sagt Mintal. Kein Geheimnis: Andre Schubert, der vom SC Paderborn als Trainer zu Erstliga-Absteiger St. Pauli wechselt, will nach den geplatzten Verhandlungen mit den Westfalen Marek auf den Kiez locken. „In den nächsten Tagen wird sich meine Zukunft entscheiden”, sagt Mintal. Sein Abschiedsspiel in der Noris wird also auf sich warten lassen. Doch schon jetzt steht für ihn fest: „Der Club ist und bleibt meine große Liebe.”

 

Alles zum bewegenden Abschied von Club-Idol Marek Mintal beim 1:2 gegen Hoffenheim und warum Philipp Wollscheid hinterher so untröstlich war, lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Montag, 9. Mai.

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