20 Prozent! Der Club haut drauf

Fans geschockt über die kräftige Erhöhung der Dauerkartenpreise, aber Manager Bader sagt: „Wir rangieren im unteren Preissegment“
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Nicht nur lange Schlangen vor den Fanshops, sondern auch lange Gesichter bei den Club-Fans angesichts der Preiserhöhung.
Wolfgang Zink Nicht nur lange Schlangen vor den Fanshops, sondern auch lange Gesichter bei den Club-Fans angesichts der Preiserhöhung.

Fans geschockt über die kräftige Erhöhung der Dauerkartenpreise, aber Manager Bader sagt: „Wir rangieren im unteren Preissegment“

NÜRNBERG „Natürlich werden wir die Preise bei den Dauerkarten ein bisschen anheben müssen.“ Das hatte FCN-Boss Franz Schäfer nach dem erfolgreich absolvierten Relegation-Doppel gegen Augsburg vor acht Tagen erklärt. Tja, was ist schon ein bisschen?

"Das ist der Hammer"

Beim Metzger antwortet der Kunde meist „Ja“ auf die Frage: „Derf’s a a bissla mehr sei?“ Weil’s bei 100 Gramm „Gelbworschd“ höchstens um ein paar Cent geht. Dagegen steigt der Preis beim Club für ein Abo-Ticket um bis zu 90 Euro, im Schnitt um satte 20,1 Prozent. Prost, Mahlzeit!

Die Anhänger sind schockiert. „Das ist der Hammer!“, stöhnt Michael Sporrer, Chef des Fanklubs „Red Army“. Weil er FCN-Mitglied ist, beträgt bei ihm die Erhöhung nur 40 statt 55 Euro für den Nordkurven-Sitzplatz, aber: „Wenn das so weitergeht, kann ich mir in fünf Jahren keine Karte leisten.“

Während die Premium-Kundschaft (Haupttribüne oben, Mitte) künftig 729 satt 699 Euro (4,3% mehr) berappen muss, sind in allen übrigen Preisklassen 16,3 Prozent oder mehr fällig. Den Vogel schießt dabei die Erhöhung für einen Sitzplatz der Kategorie zwei auf der Gegentribüne ab: 29,1 Prozent oder 399 statt 309 Euro!

"Wir rangieren immer noch im unteren Preissegment"

„Wir hatten drei Jahre lang keinen Preisanstieg“, rechtfertigt Manager Martin Bader die Maßnahme, bei der im Abo-Angebot immer noch bis zu sieben Spiele gratis sind: „Unsere Fans wollen ein tolles, wettbewerbsfähiges Team sehen. Selbst in der Zweiten Liga sind die Preise teils höher.“ Im Vergleich zu den 17 übrigen Erstligisten „rangieren wir immer noch im unteren Preissegment", erklärt Bader. Stimmt.

Vor der abgelaufenen Saison stiegen beispielsweise in Köln die Preise um bis zu 150 Euro. Ein Podolski-Aufschlag?

"Wir wissen alle, dass der Club klamm ist"

Mitaufsteiger Mainz 05 gab gar den doppelten Preisbrecher und verlangte mehr als 200 Euro für einen Dauer-Stehplatz (der Club liegt aktuell bei 150, plus 21 Prozent). Mainz war auch der einzige Verein, bei dem das Abo-Ticket mehr als 17 einzeln verkaufte Tageskarten kostete.

„Wir wissen alle, dass der Club klamm ist“, stöhnt auch Andreas Brandl von den „Laffer Bimbela“. „Statt wie zuletzt die Preise stabil zu halten, wäre eine moderate Erhöhung von Jahr zu Jahr besser gewesen. Ich hoffe, die gezeigten Leistungen gehen jetzt auch nach oben.“ Denn eine Geld-zurück-Garantie gibt es weder beim Metzger noch beim Club. Markus Löser

Mehr über den Club und die Vertragsverhandlungen mit Publikumsliebling Javier Pinola lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Dienstag, 25. Mai.

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