1. FC Nürnberg: Trainer Hecking eisern, Diekmeier bleibt!

Wolfsburg wäre bereit gewesen, bis an die finanzielle Schmerzgrenze zu gehen – doch der Coach legte sein Veto ein: „Ich wollte keinen Neuen mehr integrieren“
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Wolfsburg wäre bereit gewesen, bis an die finanzielle Schmerzgrenze zu gehen – doch der Coach legte sein Veto ein: „Ich wollte keinen Neuen mehr integrieren“

NÜRNBERG/WOLFSBURG Anrufen, bestellen, bezahlen, in Empfang nehmen. Der Transfermarkt funktioniert oft so wie das Tele-Shopping im Fernsehen. Von Sonntagmittag bis gestern Vormittag glühten die Drähte zwischen Wolfsburg und Nürnberg. VfL-Sportdirektor Dieter Hoeneß machte mächtig Betrieb, um seinem vormaligen „Lehrling“ zu Berliner Zeiten, Club-Manager Martin Bader, Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier auszuspannen. In allerletzter Instanz scheitere Hoeneß freilich an FCN-Trainer Dieter Hecking: „Ich habe mein Veto eingelegt.“ Das heißt: Dennis bleibt – vorerst.

Sportliche Interessen größer als wirtschaftliche Zwänge

„Ich habe mich für die sportlichen Interessen des Vereins entschieden. Auch wenn ein Transfer wirtschaftlich interessant gewesen wäre“, sagt Hecking. Inklusive möglicher Zuschläge für Einsätze in der Nationalmannschaft und sportliche Erfolge wäre Hoeneß dem Vernehmen nach bereit gewesen, satte sechs Millionen Euro an Ablöse auszupacken. Was angesichts einer klammen FCN-Kasse ein Geldsegen gewesen wäre.

„Finanziell und sportlich waren wir von möglichen Alternativen für Dennis nicht so überzeugt, dass wir ihn ziehen lassen würden“, bemerkt auch Bader. Hecking hat zudem „das Gefühl, dass meine Mannschaft richtig gut zusammenwächst: Ich wollte keine Unruhe schüren, jetzt noch einen Neuen integrieren zu müssen. Anders als beim Wechsel von Peer Kluge nach Schalke Anfang Januar hätte sich für uns keine Win-Win-Situation ergeben.“ Sprich, 1,5 Millionen Euro zu kassieren, dafür mit Andi Ottl von den Bayern und HSV-Profi Mickael Tavares relativ kostengünstig, weil auf Leihbasis geholt, mehr als nur Ersatzleute verpflichten zu können.

"Fühle mich superwohl in Nürnberg"

Diekmeier selbst wirkt sogar irgendwie froh, bleiben zu dürfen. „Ich fühle mich super-wohl in Nürnberg, will unbedingt mithelfen, dass der Club den Abstiegskampf erfolgreich bestreitet. Mit 20 Jahren bin ich ja noch jung, habe Vertrag bis 2012“, erklärt der pfeilschnelle Defensivspezialist. „Schön, dass der VfL so viel für mich geboten hat. Kaufen kann ich mir davon nichts.“

Vielleicht im Sommer aber. Hoeneß will Diekmeier unbedingt. Er muss sich dann aber wohl auf Mitbieter Hamburger SV, der im Juli 2009 bereits einen Vorstoß wagte, gefasst machen. Dennis sagt dazu lapidar: „Das interessiert mich jetzt nicht. Meine Konzentration gilt dem Club.“ Gut so! Markus Löser

Mehr über den Club lesen Sie in der Printausgabe Ihrer AZ am Dienstag, 2. Februar.

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