1. FC Nürnberg: Oennings erste Wahl

Der Club-Trainer hat seine Stammformation für den Bundesliga-Auftakt gegen Schalke gefunden. Er bittet aber um Geduld: „Wir haben 34 Spieltag, um den Klassenverbleib zu schaffen!“
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Ganz gelassen und optimistisch gehen Club-Trainer Michael Oenning und sein Stab in die Saison - mit bewährtem Personal.
Wolfgang Zink Ganz gelassen und optimistisch gehen Club-Trainer Michael Oenning und sein Stab in die Saison - mit bewährtem Personal.

Der Club-Trainer hat seine Stammformation für den Bundesliga-Auftakt gegen Schalke gefunden. Er bittet aber um Geduld: „Wir haben 34 Spieltag, um den Klassenverbleib zu schaffen!“

NÜRNBERG Bereits auf dem Sockel der Viktoria-Statue, dem Vorläufer der heutigen Meisterschale, stand eingraviert: „Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen.“ Auf den Club übertragen kann das aktuelle Motto also nur lauten: Elf Oenninge müsst ihr sein.

Trainer Michael Oenning hat quasi freie Auswahl bei der Besetzung seiner Stammelf: „Ich kann aus dem Vollen schöpfen. Probleme haben damit weniger die Spieler als ich.“ Härtefälle sind da programmiert. Am meisten leidet Oenning mit Pascal Bieler. Der hatte in den Testspielen einen Stammplatz als linker Verteidiger, wurde aber herausrotiert. Weil sich Innenverteidiger Dominic Maroh nach Schulter-OP rechtzeitig fit meldete, damit Javier Pinola wieder ins linke Glied der Viererkette rückte. Komplettiert wird der Abwehrverbund hinter Torhüter Raphael Schäfer durch Dennis Diekmeier (rechts) und Käpt’n Andy Wolf. „Ich plane mit ihm und Maroh in der Innenverteidigung“, hat sich Oenning festgelegt.

Ladehemmung der Stürmer lässt Oenning kalt

Was zunächst ein langes Gesicht bei Havard Nordtveit hervorrufen könnte. Der 19-jährige Norweger war erst letzte Woche von Arsenal London mit dem Zwischenstopp Lilleström SK bis Saisonende verpflichtet worden – mit der keinesfalls branchenüblichen Vereinbarung: Je öfter er kickt, desto billiger wird das Leihgeschäft. Havard, „Nürnberg ist der nächste Schritt in meiner Karriere“, wird sich den Frust nicht anmerken lassen. Schon das 3:0 im Pokal in Dresden hatte er nordisch-kühl bis emotionslos in einer Altstadt-Kneipe mit seinen Eltern am Fernseher verfolgt.

Freilich wäre Havard auch als „Sechser“ vorstellbar. Doch so gut und ausgeglichen, wie sich Jaouhar Mnari seit Monaten präsentiert, führt am tunesischen Staubsauger für Oenning kein Weg vorbei. Und im kreativen, offensiven Mittelfeld sind die Flügel mit Peer Kluge (rechts) und Dribbelkünstler Ilkay Gündogan sowie „Phantom“ Marek Mintal – zumindestens vorläufig – eine verlässliche Bank. Nicht nur wegen der drei Treffer des Trios in Dresden.

Die Ladehemmung seiner Stürmer weckt keine Panik bei Oenning. Auch das noch hinter vorgehaltener Hand zu vernehmende Gemurre aus dem Umfeld, warum kein Torjäger verpflichtet wurde, lässt ihn kalt. Den Ex-Fürther Ivo Ilicevic hatte der Club an der Angel. Sein eigentlicher Arbeitgeber, der VfL Bochum, verlangte jedoch eine unverschämte Ablöse. Der Kroate wurde auf Leihbasis zu Zweitligist Lautern abgeschoben.

Charisteas hat als Boakye-Ersatz die Nase vorn

„Wir würden einige nur in ihrer Entwicklung hemmen, wenn wir zu viele Impulse von außen gesetzt hätten“, sagt Oenning über seinen Jugendstil und zu den vergleichsweise bescheidenen Aktivitäten auf dem Transfermarkt. Neben Nordtveit kamen der erfahrene Spielmacher Thomas Broich aus Köln und die Bochumer Güngör Kaya (Knipser-Azubi) und Decker Tomasz Welnicki. Wobei die zwei A-Junioren erst noch einige Zeit in Oennings „Brutkasten“ verbringen müssen: „Sie bekommen von mir alle Zeit der Welt, sich entwickeln zu lassen.“

Dagegen muss der Sturm sofort funktionieren. Zwei aus Sechs lautet die Formel. Oenning vertraut zunächst Christian Eigler und Isaac Boakye in der Anfangsformation. Allerdings klagt der Ghanaer seit einem Schuss in den Unterleib vor fast vier Monaten immer wieder über Probleme an Adduktoren und Schambein. Oenning nimmt ihn „ganz bewusst“ nicht in jeder Einheit voll ran. Die Reihenfolge der potenziellen Nachrücker: Albert Bunjaku, Angelos Charisteas, Dario Vidosic und Kaya. Wobei aktuell wohl wieder Charisteas die besten Karten hat.

Manchmal ist es ganz gut, wenn nicht nur elf Oenninge zur Verfügung stehen. Der Trainer: „Wir haben doch 34 Spieltage, um den Klassenverbleib zu schaffen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.“ Markus Löser

Mehr über den Club lesen Sie in der Print-Ausgabe Ihrer Abendzeitung am Donnerstag (6. August) und in der Sonderbeilage "Anpfiff" zum Bundesliga-Start am Freitag (7. August).

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