Blamiert sich Nürnberg bei der Städtewette?

Bis zum 9. Juni müssen die Bürger mindestens 167.879 Euro für Karlheinz Böhms Äthiopienhilfe spenden. Doch erst knapp 37.000 Euro sind eingegangen
| L. Fleischmann
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Ihr Euro für Äthiopien: OB Ulrich Maly (re.) will die Wette gegen Karlheinz Böhm und dessen Gattin Almaz gewinnen. Dafür müssen die Nürnberger mindestens 167.879 Euro spenden.
Menschen für Menschen Ihr Euro für Äthiopien: OB Ulrich Maly (re.) will die Wette gegen Karlheinz Böhm und dessen Gattin Almaz gewinnen. Dafür müssen die Nürnberger mindestens 167.879 Euro spenden.

 NÜRNBERG Anstrengen, Nürnberg! Denn bei der großen Städtewette liegt die Stadt noch ganz weit hinten. Der Spendenstand beträgt derzeit nur knapp 37.000 Euro. Das sind gerade einmal 22 Prozent des erforderlichen Betrages von 167.879 Euro – Geld, das die Menschen in Äthiopien dingend brauchen.

Alles begann vor 30 Jahren, am 16. Mai 1981. Bei der dritten Sendung von „Wetten, dass..?“ forderte der Schauspieler, bis dahin vor allem bekannt aus den romantischen Sissi-Filmen, die Zuschauer heraus: „Ich wette, dass nicht jeder von Ihnen eine Mark, einen Franken oder sieben Schilling für die notleidenden Menschen in der Sahelzone spendet.“ Er verlor – trotzdem kamen auf Anhieb 1,2 Millionen Mark zusammen. Als Böhm Monate später selbst nach Äthiopien reiste, waren es schon zwei Millionen Mark – und niemand konnte ahnen, welche Dimensionen sein Hilfs-Projekt „Menschen für Menschen“ in einem der ärmsten Länder der Erde annehmen würde.

275 Schulen, 86 Krankenstationen und über 1500 Wasserstellen – in den letzten 30 Jahren hat sich in dem afrikanischen Land viel getan. Zehntausende Äthiopier bekamen in Ackerbau-Kursen Methoden zur besseren Bewirtschaftung ihres kargen Landes gezeigt.

Wasser, Nahrung und Bildung

„Früher gab es hier nie Wasser“, sagt Abdi Ahmed Ali und deutet auf das Rinnsal zwischen seinen Kaffeepflanzen. Der Bauer aus dem Dorf Gambela in Ost-Äthiopien kann heute mit dem Ertrag seines Bodens sogar seine Familie ernähren. Auch die Bildungs-Bilanz kann sich sehen lassen: In den Projektregionen gehen fast 90 Prozent der Kinder zur Schule – doppelt so viele wie im Rest des Landes.

Wasser, Nahrung, Bildung – die Äthiopienhilfe des 83-jährigen Karlheinz Böhm hat schon Millionen Menschen ein besseres Leben geschenkt. Und es sollen noch viel mehr werden. Die Städtewette 2011 soll dabei helfen. Für Nürnberg hat OB Ulrich Maly gewettet, dass jeder dritte Nürnberger mindestens einen Euro spendet. Das heißt: Erst wenn die Spendensumme von 167.879 Euro geknackt ist, ist die Wette gewonnen. Verliert der Oberbürgermeister, wird er bei den „Bio-Erlebnistagen“ im Juli den Kochlöffel schwingen.

Neben Nürnberg nehmen noch 24 andere deutsche Städte an der Wette teil. Offenburg ist mit 97 Prozent Spitzenreiter. Doch noch ist nichts verloren: Denn es bleiben noch 24 Tage, um das Wettziel zu erreichen. Also, ziehen Sie sich ihre Spendierhosen an und helfen sie den Menschen in Äthiopien – und damit auch Maly, die Städtewette zu gewinnen.

Den aktuellen Spendenstand erfahren Sie im Internet unter: www.menschenfuermenschen.de.

 

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