Vater zerstörte dieses Familienglück!

Siegfried R. verbrannte im Wrack: Ingrid R. liegt seit dem Unfall im Koma, Sohn Robert (9) ist halbblind
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Das Auto als Waffe: Siegfried R. raste in den Wagen seiner Frau. Er verbrannte im Wrack. Seine Familie überlebte schwerverletzt.
bk-media Das Auto als Waffe: Siegfried R. raste in den Wagen seiner Frau. Er verbrannte im Wrack. Seine Familie überlebte schwerverletzt.

Siegfried R. verbrannte im Wrack: Ingrid R. liegt seit dem Unfall im Koma, Sohn Robert (9) ist halbblind

PARKSTEIN „Kommt Mama an Weihnachten nach Hause?“ Wenn ihre Enkel diese Frage stellen, schießen Ingrid und Richard Glaser aus Parkstein (Kreis Neustadt/Waldnaab) jedes Mal die Tränen in die Augen. Denn die Mutter der Buben kann nicht kommen...

Ihr eigener Mann hatte versucht, die 37-Jährige und die gemeinsamen Söhne Robert (9) und Gregor (6) mit in den Tod zu nehmen! Wohl aus Eifersucht und Rache, nachdem die Ehe in die Brüche gegangen war, raste er mit seinem Auto frontal in den Wagen seiner Familie. Siegfried R. verbrannte. Seine Frau und die beiden Kinder wurden schwer verletzt.

Seit dem Horror-Unfall am 19. September liegt Ingrid R. auf der Intensivstation der Uni-Klinik Bayreuth im Koma. Sie erlitt zudem Beckenbrüche und einen Leberriss. Sieben Mal musste sie bereits operiert werden. Der nächste Eingriff ist für kommenden Montag geplant. Ihr Schädel ist geschoren, die Wangen sind eingefallen. Ihr Leben hängt an Apparaten. Sie wird künstlich ernährt. Die Ärzte und ihre Eltern hofften auf eine Reaktion, wenn sie die Stimmen ihre beiden geliebten Söhne hört – vergeblich.

Die Kinder erkannten ihre Mutter anfangs nicht mehr

Robert und Gregor erkannten die einst hübsche Frau anfangs nicht mal und weinten bei ihrem Anblick. Inzwischen streicheln sie ihre Mama liebevoll, reden mit ihr – doch sie reagiert nicht. Die Kinder realisieren nicht, wie ernst es um ihre Mutter steht. „Die Ärzte sagen, dass sie wahrscheinlich nicht mehr aufwacht“, sagt Richard Glaser.

Dass die Buben den Frontalzusammenstoß überlebt haben, grenzt an ein Wunder: Der Sechsjährige erlitt schwere Bauchverletzungen, erlebte aber trotzdem bewusst mit, wie das Auto des Vaters in Flammen aufging. Und er registrierte das riesige Loch im Kopf seines drei Jahre älteren Bruders.

Robert hatte Hirnblutungen erlitten, lag tagelang in der Erlanger Uni-Klinik im Koma. Kürzlich bekamen seine Großeltern die nächste Hiobsbotschaft: „Er wird auf einem Auge blind werden“, sagt Richard Glaser traurig. Auch die psychischen Folgen machen dem Schüler zu schaffen: „Jede Nacht wacht er auf und ruft ,Papa brems’. Oder er träumt, dass sein Kopf ausläuft. Wir holen ihn dann zu uns ins Bett. Nach zwei Stunden Schreien schläft er dann endlich wieder ein.“

Zu den Sorgen kommen finanzielle Probleme

Mit dem Unfall hat sich das Leben der Glasers komplett geändert: Sie kümmern sich um die Enkel, pendeln fast täglich zu ihrer Tochter und führen den Dalmatiner, den Ingrid noch kurz vor dem Unfall gekauft hatte, Gassi. Zu den Sorgen um die Tochter kommen finanzielle Probleme: „Ich weiß machmal nicht, wie es weitergehen soll“. Denn die Großeltern leben von einer kleinen Rente. „Ich bekomme 900 Euro, davon zahle ich 820 für das Haus von Ingrid“, erzählt Richard Glaser. „Da das alles mutwillig passiert ist, hat uns noch keine Versicherung etwas gezahlt.“ Doch obwohl alle Ersparnisse aufgebraucht sind, gibt der 59-Jährige nicht auf. „Wenn Ingrid doch aus der Klinik kommt und im Rollstuhl sitzt, kann sie nicht zu uns. Wir haben soviele Treppen.“

Offen bleibt für die Familie die Frage, wie ein Mensch zu so einer Tat fähig sein kann. Der kleine Robert hat seine eigene Therorie entwickelt. Zu seinem Opa sagte er noch im Krankenhaus: „Vielleicht hat Papa uns gehasst.“

A. Uhrig

Inzwischen wurde für die Familie ein Spendenkonto eingerichtet. Wer helfen will: Konto: 8012999, BLZ: 7535000, Sparkasse Nordoberpfalz, Stichwort „Familie Glaser“.

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