Unfall-Tragödien in Franken: Zwei Kinder verlieren Mütter

Mika (4) fragt immer wieder nach seiner Mama – noch weiß er nicht, dass er und sein kleiner Bruder sie nie mehr sehen werden.
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30 Feuerwehrleute waren bei dem Unfall auf der B 27 im Einsatz.
Polizei 30 Feuerwehrleute waren bei dem Unfall auf der B 27 im Einsatz.

Mika (4) fragt immer wieder nach seiner Mama – noch weiß er nicht, dass er und sein kleiner Bruder sie nie mehr sehen werden.

HÖCHBERG Immer wieder fragt der kleine Mika (4) im Krankenhaus nach seiner Mama. Dass Tina B. ihrem Großen und auch Nesthäkchen Finn (1) nie wieder über die Haare streichen und sie drücken wird, ahnt der Bub noch nicht. Die 29-jährige Kindergärtnerin starb bei einem schrecklichen Autounfall bei Höchberg (Kreis Würzburg). Ihr Mann und die beiden Kinder überlebten, als ein Opel in den Audi der Familie krachte. Nur einen Tag später die nächste Tragödie: Ebenfalls im Kreis Würzburg krachte ein Wagen in den Gegenverkehr. Eine Fünfjährige überlebte unverletzt, ihre Mutter und ihr Onkel waren sofort tot.

„Wir wissen noch nicht, wie wir es dem Kleinen sagen sollen. Es ist alles so furchtbar“, sagt eine Verwandte traurig, „bei dem Kleinen wird die Erinnerung verblassen – doch für den Großen wird es schlimm.“

Die Autos prallten frontal aufeinander

Die Familie aus dem Kreis Würzburg war auf dem Weg zum Einkaufen gewesen. Auf der Bundesstraße 27 kam dem Audi ein Opel entgegen, am Steuer eine 56-jährige Frau. Warum sie plötzlich immer weiter auf die linke Fahrspur kam, ist noch nicht geklärt. Tina B.s Mann versuchte auszuweichen – vergeblich. Die beiden Autos prallten frontal ineinander, der Audi wurde in den Straßengraben geschleudert.

Während Mika und Finn und ihre Papa einen Schutzengel hatten, wurde die Kindergärtnerin auf dem Beifahrersitz lebensgefährlich verletzt im Wagen eingeklemmt – die Kinder bekamen in den ersten Minuten alles mit. Im Krankenhaus kämpften die Ärzte vergeblich um das Leben der jungen Mutter. Sie starb wenige Stunden später. Die Unfallverursacherin wurde nur leicht verletzt.

Großeltern kümmern sich um die Halbwaisen

Jetzt werden sich erstmal Oma und Opa um die beiden Halbwaisen kümmern. Ihr Papa muss bald wieder arbeiten – die Familie hattegerade erst ein Haus gebaut.

Weiterer Fahrer verlor Kontrolle

Nur 80 Kilometer entfernt hatte am Samstag in Riedenheim (Kreis Würzburg) eine Fünfjährige einen Schutzengel – doch auch sie wird ihre Mama (24) nie mehr in den Arm nehmen können: Ein BMW-Fahrer (27) aus Minden hatte in einer langgezogenen Linkskurve die Kontrolle über seinen Wagen verloren. „Er driftete auf die Gegenfahrbahn gerade noch an einem entgegenkommenden Pkw vorbei“, schildert Polizeisprecher Michael Zimmer. Dann donnerte er in einem dahinter fahrenden VW Golf.

Der Fahrer, der 33-jährige Onkel der Kleinen war sofort tot – und auch für die Mutter konnten die Ärzte nichts mehr tun. Der Verursacher musste reanimiert werden und kam mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus. „Wie durch ein Wunder“, so die Polizei, überstand die Kleine den Horrorunfall nahezu unverletzt. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich um das geschockte Mädchen – die schrecklichen Bilder wird es nie im Leben vergessen können. Andrea Uhrig

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