Seehofer will der Region aus der Krise helfen . . .

Wahlkampf oder echte Initiative? Der bayerische Ministerpräsident erklärt den Zukunftsplan für Nürnberg- Fürth zur Chefsache.
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Gut gelaunt in die Verhandlungen: Horst Seehofer (CSU, r.) unterhält sich mit Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.
dpa Gut gelaunt in die Verhandlungen: Horst Seehofer (CSU, r.) unterhält sich mit Quelle-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg.

NÜRNBERG - Wahlkampf oder echte Initiative? Der bayerische Ministerpräsident erklärt den Zukunftsplan für Nürnberg- Fürth zur Chefsache.

Die Fakten sind erdrückend: Die Region Nürnberg-Fürth hat eine doppelt so hohe Arbeitslosigkeit (über acht Prozent) wie der Rest von Bayern im Durchschnitt. Und die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist ebenfalls doppelt so hoch. „Das ist noch nicht befriedigend“, sagte jetzt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nach einem Gespräch mit Vertretern der Städte Nürnberg und Fürth sowie Vertretern von Wirtschaft, Gewerkschaft und der Arbeitsagentur.

Besonders durch die drohenden Entlassungen bei Quelle sei nun ein Zukunftskonzept gefordert. Bei dem insolventen Versandhaus sollen bis zum Januar 2010 rund 3700 der 10 500 Stellen gestrichen werden, die meisten davon in der Region Nürnberg/Fürth. Seehofer betonte, dass es sein Ziel bleibe, Quelle als Ganzes zu erhalten. Er wolle verhindern, dass „Filetstücke“ herausgeschnitten werden. Doch die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg über eine Transfergesellschaft für Beschäftigte brachten keine Ergebnisse. Streitpunkt ist das Geld.

Auch die Finanzierung des „Zukunftkonzepts“ ist noch nicht geklärt. Seehofer wollte noch keine konkreten Summen nennen, mit denen die Region gefördert werden soll. Statt dessen sollen Ende des Jahres konkrete Projekte benannt werden. Dann werde man an der Umsetzung planen – also welches Ministerium welches Budget zur Verfügung stellt. Das könnte schwierig werden – gerade wurde bekannt, dass Bund und Ländern die Steuereinnahmen im ersten Halbjahr massiv eingebrochen sind. So fehlen den Ländern insgesamt rund 15 Milliarden Euro.

Der Nürnberger DGB–Boss Stephan Doll sieht den „Zukunftsplan“ noch kritisch. „Wir müssen nun abwarten, was tatsächlich geschieht“, sagte Doll. Aber es sei immerhin ein richtiger Schritt, dass man in München endlich erkannt habe, dass in Nürnberg und Fürth etwas getan werden muss. „Hier gibt es in der Südstadt Straßen, da ist jeder Zweite arbeitslos“, sagte Doll. Er will den Erfolg des Zukunftsplans daran messen, wie viele Langzeitarbeitslose wieder einen Job bekommen. Auf der Prioritäten-Liste der Städte steht unter anderem der lange versprochene „Energie-Campus“ sowie die Standortsicherung für Conti-Temic. Seehofer sieht die Zukunft der Region vor allem in den Bereichen Energietechnik und Elektromobilität.

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