Randale! Chaoten greifen Nürnbergs Polizei an

Ein Beamter geschockt: „Das war wie im Krieg!“ Autonome schossen gezielt Raketen auf die Einsatzkräfte.
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Silvester in Gostenhof: Mit feuerresistenten Masken geschützt, kontrollierte das USK alle Passanten.
B. Meyer Silvester in Gostenhof: Mit feuerresistenten Masken geschützt, kontrollierte das USK alle Passanten.

Ein Beamter geschockt: „Das war wie im Krieg!“ Autonome schossen gezielt Raketen auf die Einsatzkräfte.

NÜRNBERG Randale in Gostenhof! Den Jahreswechsel nutzten etwa 140 Linksautonome aus, um vor der Justizvollzugsanstalt „Party“ zu machen – beziehungsweise das, was sie darunter verstehen: Wände beschmieren, Raketen in die JVA schießen, sich mit den „politischen Gefangenen“ solidarisch erklären. Um Sachbeschädigungen wie zu Silvester 2009 zu verhindern, sperrte die Polizei die Reutersbrunnenstraße ab. Was dann folgte, erschreckte sogar erfahrene Beamte: „Es war wie im Krieg“, sagte ein Beteiligter zur AZ. Die Polizisten wurden mit Böllern beworfen und mit Signalmunition beschossen. Ein Beamter wurde verletzt.

Anschließend flüchteten die Chaoten in die Eberhardshofstraße. Auf ihrem Weg hinterließen sie eine Spur der Zerstörung: In der Kernstraße warfen sie eine Scheibe der Sparkasse ein, demolierten danach eine Baustelle, beschmierten einen Anhänger, rissen Abfalleimer ab, beschädigten vier Autos schwer und traten bei weiteren die Spiegel ab.

Der Mob flüchtete in eine Hinterhof-Kneipe

In der Eberhardshofstraße flüchtete der Mob schließlich in eine Hinterhofkneipe. 100 Mann des Unterstützungskommandos (USK) riegelten die Straße vom Plärrer bis zur Adam-Klein-Straße weiträumig ab, weitere Verstärkung wartete auf der Fürther Straße.

Erstaunlich: Obwohl die Polizei aggressiv angegriffen wurde und es mittlerweile neben Beleidigungen und dutzendfachen Sachbeschädigungen auch um Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung ging, zog die Polizei die Samthandschuhe an: Mit einem einzelnen Beamten ging der Einsatzleiter in die Kneipe – und versuchte, die Meute zu beschwichtigen. Ziel: die Personalien der Demonstranten aufzunehmen. „Ich sah nur etwa 30 Personen, wusste aber, dass mehr Leute in dem Lokal sind. Wir wollten den Einsatz nicht eskalieren lassen“, erklärte der Verantwortliche.

So setzte die Polizei aufs Warten. Es wurde eine lange und kalte Nacht – sie dauerte bis um 6 Uhr. Da kam der letzte der 138 Chaoten heraus. Fünf Personen wurden in Gewahrsam, zwei weitere vorläufig festgenommen. Jetzt geht’s an die Feinarbeit: Die Polizei hat genügend Film- und Fotomaterial, um die Randalierer zu überführen.

Alarmierend: Drei von vier USK-Beamten wurden im Jahr 2010 im Einsatz verletzt! Susanne Will

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