Nürnberg-Touristen geben 1,2 Milliarden im Jahr aus!

Städtereisen boomen wie nie zuvor: Inzwischen sind 30 Prozent aller Gäste reine Kurzurlauber. Die Bettenauslastung liegt derzeit im Schnitt bei 60 Prozent
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Für die Nürnberg-Touristen ist ein ausgiebiger Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt ein unbedingtes Muss. Ganz oben auf der Liste steht die Kaiserburg.
AZ-Archiv Für die Nürnberg-Touristen ist ein ausgiebiger Bummel durch die verwinkelten Gassen der Altstadt ein unbedingtes Muss. Ganz oben auf der Liste steht die Kaiserburg.

Städtereisen boomen wie nie zuvor: Inzwischen sind 30 Prozent aller Gäste reine Kurzurlauber. Die Bettenauslastung liegt derzeit im Schnitt bei 60 Prozent

NÜRNBERG Mega-Boom bei Städtereisen – und Nürnberg profitiert davon gewaltig: Rund 1,2 Milliarden Euro geben die knapp 2,1 Millionen auswärtigen Besucher jedes Jahr in Nürnberg aus. Ein riesiger Wirtschaftsfaktor für die Frankenmetropole...

„Die Leute wollen mehr für ihren Geist tun, wollen hinter die Kulissen blicken und Sinneserfahrungen machen“, weiß auch Nürnbergs scheidender Verkehrsdirektor Michael Weber. Mit neuen Kreativangeboten in Hotels und Gaststätten, aber auch überraschend präsentierten Ausstellungen in Museen will Nürnberg diese Zielgruppe verstärkt erreichen.

„Wir sind keine Landeshauptstadt, keine Musicalstadt und kein bevorzugtes Ziel von Billigfliegern“, so Weber ein. „Wir liegen trotzdem auf Platz neun der Übernachtungsstatistik in Deutschland, weil es der Stadt gelungen ist, Nürnberg nach dem Zweiten Weltkrieg in einer Art und Weise wieder aufzubauen, die uns aus dem Reigen gleichgroßer Städte heraushebt.“

Rund 40 Prozent der Gäste sind Messebesucher

Der Touri-Boss erinnert sich an seine zahlreichen Begegnungen mit fremden Gästen: „Wer hier unbedarft durch die Altstadt läuft, glaubt, er sei in der originalen Altstadt – und weiß nicht, dass 90 Prozent Rekonstruktionen sind.“ Obwohl Nürnberg mehr biete als Butzenscheiben, Christkindlesmarkt und Bratwürste, schätzten die Besucher vor allem das mittelalterliche Flair..

Die Fakten: 40 Prozent der überwiegend deutschen Besucher sind Messegäste, 30 Prozent Geschäftsreisende oder Kongressbesucher – und weitere 30 Prozent klassische Städtetouristen. „Das ist eine gesunde Mischung“, urteilt Weber. Dennoch sind die Bettenkapazitäten im Jahresschnitt nur zu 60 Prozent ausgelastet. Vor allem an den Wochenenden herrscht oft Flaute. Trotzdem werden derzeit drei neue Hotels gebaut.

Vor seinem Ruhestand rührte Weber über 40 Jahre die Werbetrommel für Nürnberg. „Die größte Veränderung im Tourismus sind die Kommunikationsmethoden.“ In den 70er Jahren seien die Menschen vor allem dorthin gereist, wo es ihren Freunden und Verwandten bereits gut gefallen habe. Inzwischen gäben Informationen aus dem Internet den Ausschlag.

„Heute ist die ideale Vermarktung, wenn im Printbereich nichts unbegleitet von online läuft und umgekehrt“, sagt Weber. Er ist stolz, dass Nürnberg als eine der ersten deutschen Städte einen Internetauftritt hatte. 1971, als mit dem Dürer-Jahr der Startschuss für das professionelle Stadtmarketing fiel, war diese Entwicklung noch undenkbar: Die ersten PCs zogen erst Anfang der 90er Jahre in die Büros des Verkehrsvereins ein...

Elke Richter

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