Kaum zu glauben: Fürth macht jetzt aus Sch . . . Geld!

Ab dem Winter 2010/2011 wird im Rathaus umweltfreundlich mit Wärme aus dem Abwasser-Netz geheizt.
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Fürths OB Thomas Jung (3. v. re.) freut sich über das Energiespar-Modell für sein Rathaus.
bayernpress 2 Fürths OB Thomas Jung (3. v. re.) freut sich über das Energiespar-Modell für sein Rathaus.
Katrin Egyptiadis-Wendler und Martin Sörgel erläutern die innovative Heiz-Methode.
bayernpress 2 Katrin Egyptiadis-Wendler und Martin Sörgel erläutern die innovative Heiz-Methode.

Ab dem Winter 2010/2011 wird im Rathaus umweltfreundlich mit Wärme aus dem Abwasser-Netz geheizt.

FÜRTH Pro Sekunde fließen 150 Liter Abwasser durch den Kanal direkt am Fürther Rathaus vorbei. Aus den Ausscheidungen ihrer Bürger macht die Stadt jetzt bares Geld. Denn der Amtssitz von OB Thomas Jung wird ab der Heizperiode 2010/2011 das erste europäische Rathaus sein, das seine Wärme aus dem Abwasser bekommt.

Katrin Egyptiadis-Wendler von der Gebäudewirtschaft Fürth erklärt, wie’s funktioniert: „In den Kanal werden auf circa 30 bis 40 Metern Länge Halbschalen aus Edelstahl eingebracht. Sie nehmen die Wärme des Abwassers auf und führen sie einer Wärmepumpe zu.“ Der vorher 15 Grad warmen Brühe wird dabei viel Energie entzogen. Die wird dann in die Heizungsanlage des Rathaus gespeist – und erhitzt dort das Wasser auf 50 bis 60 Grad. „Damit können wir etwa 85 Prozent des Jahresbedarfs decken“, erklärt die Diplom-Ingenieurin. „In besonders kalten Wintern kann zusätzlich der Gasheizkessel angeworfen werden.“ Die Bauarbeiten sollen nächstes Frühjahr beginnen.

Der Einbau lohnt sich – fürs Stadtsäckel und für die Umwelt. Denn die Kleeblattstadt spart damit nicht nur 130 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein. Sondern auch circa 20.000 Euro Betriebskosten!

350.000 Euro bezahlt der Bund

Schon 2006 stellte eine Firma den Stadt-Oberen die Idee der Abwasser-Wärmegewinnung vor. „Dann kam das Konjunkturpaket II!“, freut sich Katrin Egyptiadis-Wendler. 87,5 Prozent der Investitionskosten von 400.000 Euro kommen vom Bund, die Stadt muss 50.000 Euro aufbringen.

Viel Lob für das innovative Heizsystem bekamen die Fürther auch von den drei SPD-Landtagsabgeordneten Susann Biedefeld, Volkmar Halbleib und Florian Ritter, die gestern auf ihrer Polit-Sommerreise in Fürth Station machten. „Wir schauen uns an, wie die Gelder aus dem Konjunkturprogramm II verwendet werden“, erklärt Halbleib. Die Idee aus Abwasser Wärme zu gewinnen findet Biedefeld „toll, innovativ – ein Paradebeispiel!“

Und auch OB Jung freut sich schon auf die Heizperiode 2010/2011. „Wenn ich zum ersten Mal die Heizung aufdrehe, lade ich Sie alle noch einmal ein!“ Kathrin Esberger

Fürths OB Thomas Jung (3. v. re.) freut sich über das Energiespar-Modell für sein Rathaus.
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