Ihr Killer hat sich selbst verraten!

Nürnberger Ermittler sind sich sicher: Wir haben den Täter!
| Helmut Reister
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Der Mann der Ermordeten: Horst Hoose (76) ist erleichtert, dass der mutmaßliche Mörder seiner Frau gefasst ist.
bayernpress Der Mann der Ermordeten: Horst Hoose (76) ist erleichtert, dass der mutmaßliche Mörder seiner Frau gefasst ist.

NÜRNBERG Mit einem Handy-Gespräch hat sich der mutmaßliche Mörder von Lotto-Oma Frieda Hoose (†76) selbst ans Messer geliefert. Der Ermittlungsrichter erließ am Freitag wegen dringenden Tatverdachts Haftbefehl gegen einen 29 Jahre alten Algerier. Er bestreitet die Tat. Matthias Vögeler, Chef der „Soko Frieda“, ist sich sicher, dass der aus Nordafrika stammende Mann maßgeblich in das Verbrechen verwickelt ist. Die Ermittler können allerdings nicht ausschließen, dass noch weitere Personen an dem Raubmord in der Rothenburger Straße beteiligt waren. In den frühen Morgenstunden des Karsamstag war dort die Leiche von Frieda Hoose in ihrem kleinen Lotto-Laden entdeckt worden.

„Die Auswertung von Telefondaten zum Zeitpunkt des Verbrechens hat wesentlich zur Aufklärung beigetragen“, erklärte Polizeipräsident Johannes Rast. Mit dem Handy des Algeriers war ein Taxi bestellt worden. Der Fahrer erinnerte sich an einen Mann, der mit einer prall gefüllten Tragetasche in der Nähe des Tatorts in seinen Wagen stieg. Wenig später teilte ein anonymer Anrufer der Rettungsleitstelle mit, dass in einem Lottogeschäft in der Rothenburger irgendetwas passiert sei. Das Gespräch wurde von einer Telefonzelle am Weißen Turm aus geführt. Zu diesem Zeitpunkt konnte aber auch das Handy des Verdächtigen dort geortet werden. Das Gespräch mit der Rettungsleitstelle wurde aufgezeichnet. Obwohl das Stimmgutachten noch nicht fertig ist, sind sich die Ermittler sicher, dass die Stimme des Algeriers darauf zu hören ist. 12.000 Menschen hörten sie sich über die Polizei-Hotline an, einer lieferte dazu auch den Namen des Verdächtigen.

Richtig ins Visier geriet er bereits am vergangenen Wochenende. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden 130 Stangen Zigaretten sichergestellt. Ungefähr die Menge, die aus dem Lotto-Laden geraubt worden war. Den letzten Beweis, dass es sich um das Raubgut handelte, lieferte die Spurensicherung. Auf der Verpackung der Zigaretten wurden Fingerabdrücke von einem der beiden Söhne des Mordopfers gefunden. Vögeler: „Damit hatten wir eine Verbindung zwischen Verbrechen und Verdächtigem.“ Der Algerier, der seit 2002 in Nürnberg lebt und zeitweise mit einer Deutschen verheiratet war, stand kurz vor seiner Abschiebung. Sein Asylantrag, der allerdings noch nicht rechtskräftig ist, war abgelehnt worden. Der mutmaßliche Mörder ließ sich in Deutschland zum Schreiner ausbilden, arbeitete zuletzt als Umzugshelfer und in einer Gaststätte. Er ist mehrfach wegen Eigentumsdelikten vorbestraft. Horst Hoose (76), der Witwer, zeigte sich erleichtert. „Ich bin froh, dass der Täter gefasst worden ist. Jetzt kann ich wieder Ruhe finden und traue mich auf die Straße“, sagte er zur AZ. Seit dem Mord hatte er sich meistens in seiner Wohnung verschanzt.

Mehr zum Mord an Frieda Hoose und den Reaktionen in der Nachbarschaft lesen Sie in der Wochenendausgabe Ihrer Abendzeitung Nürnberg vom 14./15. Mai

 

 

 

 

 

 

 

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