Garten-Guerilla wirft „grüne Bomben“ über Nürnberg ab

Aktivisten bepflanzen auf eigene Faust viele Brachflächen und öde Baumscheiben - Boom vor allem in Gostenhof
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Peter Müller (vorne li.), Sprecher der Gostenhofer Grünen, bastelt mit Hermann (3), Grünen-Mitgliedern und Sympathisanten „Samen-Bomben“ im Hinterhof.
Kathrin Esberger Peter Müller (vorne li.), Sprecher der Gostenhofer Grünen, bastelt mit Hermann (3), Grünen-Mitgliedern und Sympathisanten „Samen-Bomben“ im Hinterhof.

Aktivisten bepflanzen auf eigene Faust viele Brachflächen und öde Baumscheiben - Boom vor allem in Gostenhof

NÜRNBERG Gostenhof gilt allgemein als buntes Viertel. Das jedoch bezieht sich leider nicht auf blühende Wiesen und Parks innerhalb des Stadtteils – sondern eher auf seine Bewohner. Doch jetzt soll das dicht besiedelte Gebiet auch pflanzlich ziemlich bunt werden!

Verantwortlich dafür sind die so genannten „Guerilla Gärtner“. Sie bepflanzen auf eigene Faust Brachflächen und Baumscheiben. So geschehen zum Beispiel in der Denisstraße. Ein unbekannter Anwohner verschönerte drei karge Stellen mit Blumen. Das ist zwar eigentlich nicht erlaubt. SÖR-Sprecher Hans-Peter Kauppert sagt aber: „Wir wollen die Bemühungen der Bürger würdigen – und lassen die Blumen natürlich stehen. Lediglich wenn Zäune aufgestellt oder bestimmte Abstände zum Straßenraum nicht einhalten werden, greifen wir ein.“

Eine weitere Guerilla-Aktion führt derzeit der Gostenhofer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen durch. Vor wenigen Tagen trafen sich Mitglieder und Sympathisanten. Sie bastelten über 1000 so genannte Saatbomben. In den Boden gesteckt, „explodiert“ wenig später sattes Grün.

„Wir wollen damit die Leute ermutigen, ihr Umfeld zu verschönern“, erklärt Paul Müller, Sprecher des Ortsverbandes. Am Stadtteilfest Gostenhof, das am 26. Juni stattfindet, will die Grüne Guerilla erste Fotos zeigen – und weitere Saatbomben basteln.

Wer nicht mit derartigen Bio-Waffen unterwegs sein möchte, kann bei SÖR auch eine Baumpatenschaft eingehen. „Die Stadt schickt dem Paten dann eine Vereinbarung, aus der hervorgeht, was man darf und was nicht. Außerdem gibt’s einen 50-Euro-Pflanzgutschein, der bei der Werkstatt für Behinderte eingelöst werden kann“, erklärt Jens Wöbking, der bei SÖR für die Baumpatenschaften zuständig ist. Insgesamt 890 solche Patenschaften bestehen in Nürnberg. Einige von Baumpaten bewirtschaftete Flächen kann man zum Beispiel in der Adam-Klein-Straße sehen.

Einen großen ökologischen Nutzen im Guerilla-Gärtnern sieht Botaniker Gerhard Brunner vom Bund Naturschutz nicht: „Es schadet aber auch nichts.“ Allerdings bittet er, hier auf heimische Pflanzen wie etwa Landschaftsrasen- oder Wiesenblumen-Mischungen zurückzugreifen. Der Umwelt halber!

Kathrin Esberger

Mehr über die Garten-Guerilla lesen Sie in der Pront-Ausgabe Ihrer AZ am Freitag, 28. Mai

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