Fürth: Amok-Alarm in Schule!

Nach einer Facebook-Warnung kam es zum Großeinsatz der Polizei am Helene-Lange-Gymnasium
| Helmut Reister
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Großeinsatz der Polizei am Helene-Lange-Gymnasium.
bayernpress.com 3 Großeinsatz der Polizei am Helene-Lange-Gymnasium.
Der Aufdruck auf dem T-Shirt des Abi-Jahrgangs 2011: Eine Mitschülerin hat ihn wohl missverstanden und so den Großalarm ausgelöst.
bayernpress.com 3 Der Aufdruck auf dem T-Shirt des Abi-Jahrgangs 2011: Eine Mitschülerin hat ihn wohl missverstanden und so den Großalarm ausgelöst.
Schulleiter Rainer Erhardt war am Freitag mit den Anrufen zahlreicher besorgter Eltern konfrontiert.
AZ-Archiv 3 Schulleiter Rainer Erhardt war am Freitag mit den Anrufen zahlreicher besorgter Eltern konfrontiert.

FÜRTHAmok-Alarm im Helene-Lange-Gymnasium in Fürth! Ursache für den Großeinsatz der Polizei, der zur Räumung und Durchsuchung der Schule führte, war ein Eintrag auf der Facebook-Seite einer Schülerin (16). Bereits am Donnerstag begann das Brodeln im Untergrund.

Der Eintrag der Schülerin, die von einem bevorstehenden Amoklauf an Fürths größtem Gymnasium (1700 Schüler) sprach, verbreitete sich im größten Social Network innerhalb weniger Augenblicke wie ein Lauffeuer. In den Familien der Schüler war es Gesprächsthema Nummer 1. Das bekam Rainer Erhardt, der Direktor der Schule, schnell zu spüren. Bei ihm brachten besorgte Eltern, die von der Schreckensnachricht im Internet aufgeschreckt wurden, das Telefon zum Glühen. In Alarmstimmung versetzt, und weil er nicht selbst einschätzen konnte, wie ernst der  Eintrag zu nehmen war, schaltete Erhardt die Polizei ein. Zu den Vorgängen selbst wollte er sich nicht äußern.

Angst vor der „Abikalypse 2011“

Das Ausmaß der Besorgnis, das unter Schülern, Eltern und Lehrern herrschte, ist an einer Stellungnahme von Susanne Kramer, Sprecherin der Stadt Fürth, abzulesen. Sie sagte gestern, nach Bekanntwerden des Polizeieinsatzes, zur AZ: „Es ist gut, dass jetzt Osterferien sind. Dadurch kann sich die Lage wieder etwas beruhigen.“ Die fieberhaften Ermittlungen der Polizei liefen ins Leere. „Es gibt keine konkreten Hinweise auf eine echte Bedrohungssituation“, erklärte Polizeisprecherin Elke Schönwald. Sie sagte außerdem, dass derartige Hinweise in jedem Fall sehr ernst genommen werden. Das bedeutet einen enormen Personaleinsatz, in den auch Spezialkräfte eingebunden sind.

Nach diversen Amokläufen an deutschen Schulen ist die Vorgehensweise der Sicherheitskräfte genau festgelegt. Welche Gründe die Schülerin hatte, über „facebook“ auf einen angeblichen Amoklauf hinzuweisen, konnte zunächst nicht geklärt werden. In Schülerkreisen jedoch wird vermutet, dass ein für gestern geplanter Streich der Abiturienten von dem Mädchen missverstanden worden sein könnte. Die vorgesehene Aktion der Absolventen, das Gymnasium abzuriegeln, lief unter dem wortspielerischen Stichwort „Abikalypse 2011“. Hat die Schülerin dieses Wort aus Gesprächen herausgehört und nur falsch interpretiert?

Die Wirkung ihrer Nachricht war in jedem Fall durchschlagend. Aus Behördenkreisen verlautet, dass es in der Region immer wieder zu derartigen Einsätzen kommt. Erst im Oktober letzten Jahres hatte eine Kritzelei im Nürnberger Willstätter-Gymnasium eine Polizeiaktion ähnlichen Ausmaßes ausgelöst. „Spaßvögel“, die mit Amoklauf-Ankündigungen nur Verwirrung anrichten wollen, müssen mit einer Strafe und hohen Kosten rechnen.

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