Ex-Clubstar Boakye muss vor Gericht

Der Stürmer aus Ghana wurde auf der Fürther Straße gestoppt – und zeigte den Beamten einen ungültigen Führerschein. Gegen den Strafbefehl legte er Beschwerde ein – jetzt kommt es zum Prozess
| Helmut Reister
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Isaac Boakye (29) schoss den Club einst zum Relegations-Sieg über Energie Cottbus und verdient seine Brötchen jetzt in Norwegen.
dpa Isaac Boakye (29) schoss den Club einst zum Relegations-Sieg über Energie Cottbus und verdient seine Brötchen jetzt in Norwegen.

NÜRNBERG Im Sommer 2009 war Isaac Boakye (29) für einen Moment der Held. Mit zwei Toren gegen Energie Cottbus hatte er maßgeblichen Anteil am Verbleib des 1. FC Nürnberg in der ersten Bundesliga. Doch von da an ging es mit dem gebürtigen Ghanaer ständig bergab. In der kommenden Woche steht der Fußballprofi sogar vor Gericht. War es der richtige Riecher? Oder hatte gar ein missliebiger Zeitgenosse der Polizei einen entscheidenden Tipp gegeben?

Fest steht, dass eine Streifenwagenbesatzung am Vormittag des 28. November (10.45 Uhr) einen auf der Fürther Straße dahinzuckelnden Autofahrer einer Kontrolle unterzog. Am Steuer saß Isaac Boakye. Hätte der damalige Stürmer-Star des Club kurz und bündig erklärt, dass er nicht im Besitz eines gültigen Führerscheins ist, wäre er wahrscheinlich wesentlich glimpflicher davongekommen. So aber langte er lässig in seine Jackentasche und zog einen britischen Führerschein hervor. Der allerdings hinterließ bei den beiden kontrollierenden Beamten keinen besonders überzeugenden Eindruck. Weitergehende Ermittlungen der Verkehrspolizeiinspektion führten schnell zu einem eindeutigen Ergebnis: Die von Isaac Boakye präsentierte Fahrerlaubnis von der Insel war eine totale Fälschung.

Wird er den Gerichtstermin wahrnehmen?

Die Staatsanwaltschaft hätte den Vorgang noch einigermaßen diskret erledigt. Doch der Strafbefehl (Aktenzeichen 51Cs707Js 60888/11), der wegen der hohen Einkünfte rund 50.000 Euro betragen soll, war dem Ghanaer im Dienste des 1. FC Nürnberg viel zu hoch. Deshalb legte er dagegen Beschwerde ein und lässt es auf einen öffentlichen Prozess (Freitag, 27. Mai, 10.30 Uhr, Sitzungssaal 26) ankommen.

Prozessbeobachter haben allerdings erhebliche Zweifel daran, dass Boakye den Termin auch wahrnehmen wird. Für den Fußballer wäre die Anreise nach Nürnberg ein zeitraubender Trip. Zurzeit verdient der Schwarzafrikaner sein Brot im kühlen Norden. Bis Ende des Jahres hat er einen Vertrag bei Valerenga Oslo (Norwegen). Den Club, bei dem er nie richtig warm wurde, hat er auf eigenen Wunsch in der Winterpause verlassen. Ihn zog es eigentlich nach Bielefeld zurück, wo er in den Jahren 2003 bis 2006 einen größeren sportlichen Erfolg hatte: In 61 Spielen schoss er dort immerhin 24 Tore. Doch der Wechsel nach Nordrhein-Westfalen platzte. Kurzfristig plante er um und landete in Oslo. In Nürnberg, wo er 2008 anheuerte, war er von vielen Verletzungen geplagt und fristete sein Dasein vorwiegend auf der Bank.

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