Diese Kamera schaut jetzt nach

Das neue Inspektionsfahrzeug kontrolliert Nürnbergs 1450 Kilometer langes Abwassernetz mit modernster Technik – Schäden werden frühzeitig erkannt und die Reparaturen so billiger
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Ferngesteuert bewegt sich die Kamera auf vier Rädern durch die Rohre.
bayernpress 2 Ferngesteuert bewegt sich die Kamera auf vier Rädern durch die Rohre.
Peter Liebermann kontrolliert die Bilder im Steuerstand.
News5 2 Peter Liebermann kontrolliert die Bilder im Steuerstand.

 

NÜRNBERG 193.000 Kubikmeter Abwasser rauschen Tag für Tag durch das Nürnberger Kanalnetz in die Kläranlage. Damit die Schmutzbrühe dort auch ankommt, müssen die Rohre dicht sein. Die Nürnberger Stadtentwässerung (SUN) kontrolliert das mit ferngesteuerten TV-Kameras. Ab sofort können Kontrolleur Peter Liebermann und seine Kollegen den Nürnberger Untergrund gestochen scharf, hochaufgelöst und in Farbe überprüfen. Modernste Kameratechnik macht das möglich...

210.000 Euro kostete das neue Inspektionsfahrzeug, das Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne) am Dienstag vorstellte. Zwei Kameras hat der Kastenwagen an Bord. Die werden per Kran ins Rohrnetz abgelassen. Dort bewegen sie sich wie eine große Kanalratte auf Räder vorwärts – ferngesteuert durch ein 400 Meter langes Kabel. Kleine LED-Scheinwerfer sorgen für gute Beleuchtung.

1450 Kilometer ist das öffentliche Kanalnetz in Nürnberg lang

Vom Steuerstand im Auto kann das Kameraauge rundum bewegt werden. „So können wir jeden Teil des Rohres begutachten“, sagt Liebermann. Besonders an Fugen und Einlässen treten häufig Schäden auf.

1450 Kilometer ist das öffentliche Kanalnetz in Nürnberg lang. 260 Kilometer davon sind begehbar. Sie haben einen Durchmesser von mehr als 1,20 Metern. Kanalarbeiter, die in Zweier-Teams unterwegs sind, prüfen hier den Bauzustand. Der Rest der Rohre wird alle zehn Jahre per Kamera kontrolliert. „Jetzt haben wir das Stadtgebiet einmal untersucht“, so Pluschke.

Rund sechs Millionen Euro kostet das pro Jahr

Vorteil der regelmäßigen Diagnose: Schäden werden frühzeitig erkannt. „Dann können wir die Rohre beispielsweise mit extrem haltbaren Kunststoffschläuchen abdichten, die in den Kanal eingeblasen werden“, erläutert SUN-Vize Albrecht Kippes. Das sei billiger, als wenn aufgegraben werden müsse. „Außerdem brauchen wir dann die Straße nicht zu sperren.“

Rund sechs Millionen Euro gibt SUN jedes Jahr für die Kanalsanierung aus – und nochmal gut zwölf Millionen für den Neubau. Bezahlt wird alles durch die Wassergebühr. „Und die ist seit Jahren mit 1,99 Euro pro Kubikmeter konstant“, sagt Kippes.

 

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