Die Geheimnisse des Pellerhofs

Bei den Bauarbeiten wurde ein Geheimgangim Brunnen gefunden, unter einer Betondecke schlummerte ein Fußboden aus Solnhofer Platten – am Samstag ist eine Besichtigung möglich
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Der Brunnen war mit Schutt, Dachziegel und Bettfedern vollgeschüttet: Schon zehn Meter tief ist er freigeschaufelt, vermutlich fehlen noch weitere zehn. Unten rechts sieht man den Geheimgang.
Berny Meyer 2 Der Brunnen war mit Schutt, Dachziegel und Bettfedern vollgeschüttet: Schon zehn Meter tief ist er freigeschaufelt, vermutlich fehlen noch weitere zehn. Unten rechts sieht man den Geheimgang.
So sah das 1607 gebaute Pellerhaus früher aus.
Klaus Schillinger 2 So sah das 1607 gebaute Pellerhaus früher aus.

Bei den Bauarbeiten wurde ein Geheimgangim Brunnen gefunden, unter einer Betondecke schlummerte ein Fußboden aus Solnhofer Platten – am Samstag ist eine Besichtigung möglich

NÜRNBERG Das Pellerhaus am Egidienplatz galt als eine größten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Gebäude aus dem Jahr 1607 war in der ganzen deutschen Kunstgeschichte bekannt. „Es ist der schönste Bürgersitz des ganzen Reiches“, schrieb ein Kenner 1934. Doch dann kam der Krieg. Am 2. Januar 1945 brannte das bedeutendstes Patrizierhaus der Renaissance aus. Nun ersteht es wieder auf. Der erste Bauabschnitt ist fast beendet – und die einstige Ruine gibt ihre Geheimnisse preis:

Der Geheimgang

Tonnenweise Dachziegel, Bettfedern und anderen Schutt hatte die Arbeitsgruppe der Altstadtfreunde – der Verein stemmt das Drei-Millionen-Euro-Projekt mit dem Förderkreis Pellerhof aus eigener Tasche und Spenden – aus dem zwei Meter breiten Brunnen gehievt. In zehn Meter Tiefe stießen sie dann plötzlich auf einen Geheimgang! „Einer von uns ist hineingekrabbelt und kam kohlrabenschwarz wieder raus“, erzählt Vorstand Karl-Heinz Enderle. Wohin die Röhren führen – der Gang teilt sich nach wenigen Metern in zwei Richtungen – weiß er nicht. „Sie sind leider verschüttet. Wahrscheinlich waren es Wasserzuleitungen.“ Vermutlich ist der Brunnen noch zehn Meter tiefer. „Aber dafür bräuchten wir eine teure Spezialfirma. Das lassen wir erstmal ruhen.“

Der verborgene Boden

Eine weitere Überraschung fand sich im ersten Obergeschoss: Unter einer 40 (!) Zentimeter dicken Betonschicht tauchte ein wunderschöner, alter Fußboden aus im Rosenspitzmuster verlegten Solnhofer Platten auf.

Bislang haben die Bauarbeiten 300.000 Euro verschlungen. Zwei Millionen Euro fehlen den Bauherrn noch. Trotzdem: Im Jahr 2016 soll die Renaissance-Perle fertig sein. „Jeden Stein, den wir bauen, schenken wir als Spende der Stadt.“ Wer selber vorbeischauen will: Am Samstag von 11 bis 15 Uhr laden die Altstadtfreunde alle 30 Minuten zu Führungen ein. A. Uhrig

Spendenkonto-Nr. 6608806, Sparkasse Nbg, BLZ 760 501 01

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