Bus rutscht in Haus - zwei Tote!

Das tonnenschwere Gefährt konnte auf schneeglatter Fahrbahn nicht mehr bremsen. Fahrer und ein Passagier sterben
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Auf schneeglatter Fahrbahn rutschte der Bus ungebremst in das Wohnhaus.
R. Hettler Auf schneeglatter Fahrbahn rutschte der Bus ungebremst in das Wohnhaus.

Das tonnenschwere Gefährt konnte auf schneeglatter Fahrbahn nicht mehr bremsen. Fahrer und ein Passagier sterben

MILTENBERG Horrorfahrt eines Linienbusses: Auf schneeglatter Fahrbahn verlor am Mittwochnachmittag im unterfränkischen Miltenberg ein Busfahrer die Kontrolle über seinen 40-Sitzer. Das tonnenschwere Gefährt krachte fast ungebremst in ein Mehrfamilienhaus. Traurige Bilanz: zwei Tote.

„Ich habe noch ein Rauschen gehört, dann hat es gekracht“, erinnert sich ein Anwohner an den Schreckensmoment. Seit dem frühen Nachmittag hatte es in der Gegend geschneit. „Die Straßen waren spiegelglatt, man musste schon beim Laufen aufpassen, dass man nicht hinfällt“, beschreibt Nachbar Okan Capanoglu.

Bis zur Hinterachse schob sich der Bus ins Gebäude

Der Bus ist auf der abschüssigen, glatten Straße in einer Linkskurve einfach geradeaus gerutscht“, beschrieb Polizeisprecher Peter Rettinger. Er donnerte an einem zweistöckigen Haus vor, riss deren Balkone ab. Danach krachte er in der Dreifamilienhaus. Bis zur Hinterachse schob sich das zwölf Meter lange Gefährt in das Gebäude, in dem nach den ersten Ermittlungen glücklicherweise zum Unfallzeitpunkt niemand der zehn gemeldeten Bewohner zuhause war.

Kran soll das Wrack bergen

Für den vermutlich einzigen Fahrgast kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Der Busfahrer überlebte, verstarb allerdings kurze Zeit später auf der Intensivstation. Weil die Einsatzkräfte unter und im Bus weitere Opfer vermuteten, rückte am Abend ein Kran an, um das Wrack aus dem Wohnhaus zu ziehen. „Es ist nicht auszuschließen, dass noch jemand unter den Trümmern liegt.“ Notfallseelsorger kümmerten sich um geschockte Augenzeugen. Vertreter von Baufirmen waren vor Ort, um die Statik des Gebäudes zu überprüfen.

Miltenbergs Bürgermeister Joachim Bieber (CSU), der zum Unfallort geeilt war, zeigte sich erschüttert. „Der Bus steckt völlig in dem Wohnhaus drin“, sagte er „So etwas habe ich noch nie gesehen. Das ist schrecklich.“ Der Bürgermeister der Spessartgemeinde kämpfte mit den Tränen. „Ich bin seit 20 Jahren Bürgermeister, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

au

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