200 Suff-Kids landen im Klinikum

Ein 14-Jähriger fiel am Aufseßplatz vom Rad – mit 1,8 Promille. Wie etwa 200 betrunkene Jugendliche pro Jahr landete er im Klinikum. Dort wurde ein neues Projekt zur Prävention ins Leben gerufen: „HaLT – Hart am Limit, Halt sagen, Halt geben“.
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Er päppelt die Kids wieder auf: Dr. Hans Jürgen Heppner.
bayernpress Er päppelt die Kids wieder auf: Dr. Hans Jürgen Heppner.

Ein 14-Jähriger fiel am Aufseßplatz vom Rad – mit 1,8 Promille. Wie etwa 200 betrunkene Jugendliche pro Jahr landete er im Klinikum. Dort wurde ein neues Projekt zur Prävention ins Leben gerufen: „HaLT – Hart am Limit, Halt sagen, Halt geben“.

NÜRNBERG Erschreckende Zahlen: 3500 Menschen werden pro Jahr im Schnitt in den Zellen der Nürnberger Polizei ausgenüchtert. Über 2000 wachen mit Mega-Kater im Klinikum auf, darunter etwa 200 Jugendliche. Einer von ihnen ist der 14-jährige Max (Name geändert), der jetzt am Aufseßplatz in der Südstadt vom Rad fiel – und sich mit 1,8 Promille eine Kopfverletzung zuzog. Der Sicherheitspakt Nürnberg will Kids jetzt endlich von der Flasche bekommen: auch mit dem Projekt „HaLT – Hart am Limit, Halt sagen, Halt geben“.

Wer alkoholisiert und unter 18 im Klinikum Nürnberg landet, wird von Dr. Hans Jürgen Heppner, Chef der toxikologischen Intensivstation und dessen Kollegen begutachtet. Doch die Hilfe endet nicht bei Infusionen oder Brechschale. Heppner: „Sobald der Jugendliche entlassen ist, setzt sich das Suchthilfezentrum in Nürnberg mit ihm und seinen Eltern in Verbindung.“

Die Polizei hat seine Mutter und die Führerscheinstelle informiert

Beim folgenden Gespräch wird aufgeklärt: Was richtet Alkohol an, wie wirkt er auf Körper und Wahrnehmung, wo liegen die Fehler der Eltern, wo müssen sie in ihrer Verantwortung gestärkt werden. Heppner: „Diese Aufklärung findet direkt nach dem Krankenhausaufenthalt statt“, Zeit, Gras über die Geschichte wachsen zu lassen, haben die Kids also nicht. 330 Euro kostet die Nachbehandlung pro Kind. „Hier springt die Stadtmission ein“, so Heppner.

Für Max ist diese Maßnahme nicht die einzige Konsequenz seines Suffs: Die Polizei hat seine Mutter informiert und den Vorfall der Führerscheinstelle mitgeteilt. Mitarbeiterin Gertraut Dellermann: „Sollte er bis zur Führerscheinbeantragung öfter auffällig geworden sein, könnte es sein, dass durch ein Gutachten abgeklärt wird, ob Alkoholabhängigkeit besteht. Dann bekommt er keinen Führerschein.“

Woher er den Alkohol bekommen hat, wollte Max nicht sagen. Susanne Will

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