Alpenverein: Skilauf in bestehenden Grenzen und Kunstschnee

Die ersten Wintersportgebiete in Deutschland und viele in Österreich haben schon offen. Skifahren liegt weiter im Trend - und wer Tourengehen will, muss erst einmal auf der Piste fahren lernen. Der Alpenverein stellt seine Position dazu neu dar.
| dpa
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Ein Skifahrer fährt bei Sonnenschein auf der Piste. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild
dpa Ein Skifahrer fährt bei Sonnenschein auf der Piste. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

München (dpa/lby) - Der Deutsche Alpenverein (DAV) bekennt sich zum Pistenskilauf mit Liftbetrieb und akzeptiert dabei auch den Einsatz von Schneekanonen. "Zu einer tragfähigen Zukunft des alpinen Wintersports in den Alpen gehört zweifelsfrei der Erhalt und die Modernisierung von Skigebieten innerhalb der bestehenden Grenzen", teilte der Umwelt- und Sportverband am Dienstag in München mit. Skigebiete dürften aber nicht in unerschlossene Naturräume ausgeweitet werden. Gemeinsam mit dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) und dem Alpenverein Südtirol (AVS) forderte der DAV hier einen Erschließungsstopp.

Im Einzelfall lehnt der DAV einen moderaten Ausbau von maschineller Beschneiung nicht ab. Er kritisierte aber die sogenannte Seilbahnförderrichtlinie der bayerischen Staatsregierung, die mit Millionenbeträgen nicht nur die Modernisierung alter Bahnen, sondern auch den Ausbau von maschineller Beschneiung unterstützt und die nun weiter verlängert werden soll. Mit dem Klimawandel und den steigenden Temperaturen müssten Wintersportorte in niedrigeren Lagen damit rechnen, dass der Skibetrieb in Zukunft nicht mehr möglich sei, unterstrich der DAV. Es gehe darum, verstärkt nachhaltigen Tourismus zu fördern.

Die Alpenvereine stellen sich auch gegen den Zusammenschluss von Skigebieten, wie für die Pitztaler und Ötztaler Gletscherskigebiete geplant. "64 Hektar neue Pistenfläche, drei neue Gondelbahnen und ein neues Seilbahnzentrum unterhalb der Braunschweiger Hütte stellen zweifelsfrei einen massiven Eingriff in eine hochsensible Natur dar." Damit würde "zugunsten des Massentourismus eine gänzlich ursprüngliche und intakte Hochgebirgslandschaft endgültig zerstört werden". DAV und ÖAV haben dazu gemeinsam eine entsprechende Stellungnahme bei der Tiroler Landesregierung eingereicht und werden bei dem Verfahren zu Umweltverträglichkeitsprüfung vom 22. bis 27. Januar 2020 in Innsbruck mit am Tisch sitzen.

Der DAV kritisierte auch Ausbaupläne in Südtirol im Obervinschgau, ebenfalls in den Ötztaler Alpen. Dort würde mit einem geplanten grenzübergreifenden Zusammenschluss Langtaufers-Kaunertal im weitgehend naturbelassenen Melagtal ein komplett neues Skigebiet aus dem Boden gestampft. Die Südtiroler Landesregierung habe sich trotz negativer Umweltgutachten bisher zu keiner Entscheidung durchringen können. Für die Alpenvereine sei klar: "Neuerschließungen in Zeiten der Klimaerwärmung sind ein Tabu."

Im Allgäu hatten die Umweltschützer mit ihrem Protest Erfolg: Die Staatsregierung hatte die Skiliftpläne am Riedberger Horn kassiert und die extra für den Ausbau beschlossenen Änderungen am sogenannten Alpenplan zurückgenommen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach im Nachgang von einem Fehler, die Sache sei unterschätzt worden.

Der DAV hatte sich bisher zurückhaltend zum Pistenskilauf geäußert. Rund die Hälfte der Vereinsmitglieder fahre aktiv Ski, erläuterte der Verband nun. Pistenskilauf zähle zwar nicht zu den Kernsportarten in den Alpenvereinen, sei aber als Basis für das Tourengehen unumstritten. Wer nicht auf der Piste Skifahren lernt, kann auch das Gelände abseits der Pisten kaum meistern.

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