Alarm: Nürnberg hat viel zu wenig Kinder!

Zuerst die gute Nachricht: Deutschland erlebt derzeit einen Babyboom! Laut Statistischem Bundesamt kommt der Klapperstorch gar nicht mehr hinterher. Jetzt die Schlechte: Nur Nürnberg scheint er bei seiner Windelroute nicht auf dem Schirm zu haben.
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Steffi (25) und Christoph (29) Jahn mit ihrem Sohn Finn (5 Monate): "Bei uns ist der Babyboom voll angekommen“ - bei den meisten Nürnbergern nicht.
Klaus Schillinger 2 Steffi (25) und Christoph (29) Jahn mit ihrem Sohn Finn (5 Monate): "Bei uns ist der Babyboom voll angekommen“ - bei den meisten Nürnbergern nicht.
Wolf Schäfer vom Statistik-Amt der Stadt
bayernpress 2 Wolf Schäfer vom Statistik-Amt der Stadt

Zuerst die gute Nachricht: Deutschland erlebt derzeit einen Babyboom! Laut Statistischem Bundesamt kommt der Klapperstorch gar nicht mehr hinterher. Jetzt die Schlechte: Nur Nürnberg scheint er bei seiner Windelroute nicht auf dem Schirm zu haben.

NÜRNBERG Im Gegensatz zu Berlin, München oder Hamburg bleibt die Geburtenzahl bei uns konstant schlecht! Stirbt Nürnberg irgendwann aus?

„Nein. Aber den bundesweiten Effekt steigender Geburtenzahlen konnten wir bislang leider nicht feststellen“, gibt Wolf Schäfer vom Statistik-Amt der Stadt zu. Das belegen auch seine neuesten Zahlen: 2007 kamen auf 4293 Geburten immer noch 5243 Sterbefälle. 2006 waren es 4267 zu 5419. Schon jetzt sind lediglich 2,4 Prozent der Nürnberger unter drei Jahre alt.

Die Stadt verwandelt sich langsam in ein Altersheim, in einigen Stadtteilen ist es schon soweit. Beispiel St. Sebald: Hier liegt der Anteil der 0 bis 3-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bei nur 1,5 Prozent. 1,8 Prozent sind’s am Maxfeld, 1,6 Prozent in Altenfurt. Schlusslicht in der Negativparade ist ausgerechnet die Vorzeige-Familiensiedlung Gartenstadt (1,4 Prozent). Wahre Kindergärten sind dagegen die Viertel um die Dianastraße in St. Leonhard oder die Katzwanger Straße in Eibach: überdurchschnittliche 4,8 bzw. 4,7 Prozent Kleinkinder zählt Schäfer hier.

Jüngste Großstadt Bayerns: Die Fürther machen vor, wie's geht

Woran es liegt, dass in Nürnberg so wenig Babys geboren werden, weiß auch Schäfer nicht: „Wir müssen dringend nach den Ursachen forschen!“ Ein großes Problem ist laut Schäfers Kollegin Barbara Lux-Hensler der knappe Wohnraum für Familien. „Vor zehn Jahren war Nürnberg einfach zu teuer für Familien. Da sind viele ins günstige Umland gezogen.“ Und dort geblieben. Denn auch der bundesweite Trend zurück in die Stadt habe Nürnberg längst noch nicht erreicht.

Vielleicht würde sich da ein Blick über die Stadtgrenze lohnen. Denn Fürth hat als Bayerns jüngste Großstadt vor gemacht, wie es geht. Vorerst ist jedenfalls keine Besserung in Sicht. Schäfer düstere Prognose: „Wir gehen auch in den nächsten Jahren von einem Geburtendefizit aus.“

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