Airbus-Defence-Betriebsrat schlägt Alarm

Der Betriebsrat der Airbus-Rüstungssparte sieht den Bau von Kampfflugzeugen in Deutschland auf der Kippe. "Die Zukunft der gesamten militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland entscheidet sich an der Frage, ob die Bundeswehr den Eurofighter oder die amerikanische F18 als Nachfolger für den Tornado kauft", sagte Gesamtbetriebsratschef Thomas Pretzl der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag).
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Das Unternehmensschild von Airbus Defence. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild
dpa Das Unternehmensschild von Airbus Defence. Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild

Augsburg - Der Betriebsrat der Airbus-Rüstungssparte sieht den Bau von Kampfflugzeugen in Deutschland auf der Kippe. "Die Zukunft der gesamten militärischen Luftfahrtindustrie in Deutschland entscheidet sich an der Frage, ob die Bundeswehr den Eurofighter oder die amerikanische F18 als Nachfolger für den Tornado kauft", sagte Gesamtbetriebsratschef Thomas Pretzl der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag).

Airbus Defence und Space beschäftigt in Manching bei Ingolstadt 5000 Mitarbeiter, in Ottobrunn bei München, Friedrichshafen am Bodensee und Bremen je 2000 Mitarbeiter und weitere 23 000 in Frankreich, Spanien und England. Mit Abstand wichtigster Kunde im Rüstungsgeschäft ist die Bundesregierung. Weil das Auftragsbuch seit drei Jahren schrumpft, verhandelt Spartenchef Dirk Hoke mit dem Betriebsrat jetzt über ein hartes Sparpaket. Ein Stellenabbau sei nicht ausgeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Betriebsratschef Pretzl sagte, wenn Berlin den Auftrag für die 90 Tornado-Nachfolgeflugzeuge an Boeing mit der F18 gebe, dann werde auch der deutsch-französische Eurofighter-Nachfolger FCAS nicht gebaut werden. Und dann sei der Standort Manching obsolet: "Wir wären dann nur noch eine Wartungsbude." Die Bundesregierung müsse jetzt die richtigen Entscheidungen für das deutsch-französische Projekt und für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie treffen. "Keine Regierung in keinem anderen Land der Erde würde ein fremdes Kampfflugzeug kaufen, wenn es ein eigenes hat."

Auch eigentlich erwartete Aufträge für den Ersatz der ältesten deutschen Eurofighter-Flugzeuge sowie für das Eurofighter-Radar wurden noch nicht abgeschlossen. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte des europäischen Flugzeugbauers leidet zudem unter der Flaute des Satellitenmarkts, in dem sie Marktführer ist.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren