Ärger um Flutlichter bei Bernhard Langers Heimat-Golfclub

Bernhard Langer ist Deutschlands Vorzeige-Golfer. Seine Karriere begann vor einem halben Jahrhundert auf einem Golfplatz in Schwaben. Dort soll den Golfern jetzt ein Licht aufgehen - das bringt allerdings Naturschützer auf die Barrikaden.
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Ein Golfmobil fährt über den Golfplatz des Golfclubs Augsburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild
dpa Ein Golfmobil fährt über den Golfplatz des Golfclubs Augsburg. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

Bobingen (dpa/lby) - Beim Heimat-Golfverein von Weltklasse-Spieler Bernhard Langer gibt es Ärger um eine geplante Flutlichtanlage. Der Golfclub Augsburg will auf seiner Anlage in dem Augsburger Vorort Bobingen-Burgwalden die Driving Range, auf denen die Sportler Abschläge üben, mit Scheinwerfern beleuchten. Wie das Landratsamt Augsburg erklärte, läuft das Genehmigungsverfahren für das Projekt noch.

Naturschützer und Anwohner protestieren heftig gegen die geplanten Flutlichter. Der Verein selbst verweist darauf, dass die Übungsanlage nur ein kleiner Teil des Golfgeländes sei und die Lichter nur etwa sechs Monate im Jahr benutzt werden sollen. Da immer mehr Berufstätige abends nach der Arbeit noch Sport treiben, entstünden in ganz Deutschland immer mehr Flutlichtanlagen auf den Golfplätzen, hieß es in der Stellungnahme.

Der Golfplatz ist insbesondere deswegen bekannt, weil hier ab 1965 Bernhard Langer, seit Jahrzehnten Deutschlands bekanntester Golfer, als Kind das Golfspielen erlernte. Der heute in Florida lebende 62 Jahre alte Sportler wurde im benachbarten Diedorf-Anhausen geboren.

Das Flutlichtprojekt ist heikel, weil die Grünflächen des Golfplatzes seit mehr als 30 Jahren zum Landschaftsschutzgebiet Augsburg Westliche Wälder zählen. Der Bund Naturschutz (BN) verweist ferner darauf, dass durch das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" der Schutz von Insekten in Bayern besondere Bedeutung habe. Die Insekten würden durch nächtliche Lichtquellen angelockt und getötet, betonte Johannes Enzler, der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Augsburg. Letztlich beeinflusse dies auch Fledermäuse und Vogelarten, die sich von Insekten ernähren.

Eine örtliche Bürgerinitiative kämpft ebenfalls gegen die Flutlichter. Die Initiatoren verweisen darauf, dass auf dem Golfplatz kürzlich eine geschützte Europäische Sumpfschildkröte gefunden worden sei. Nach Angaben der Kreisbehörde lässt der Fund aber keinen Rückschluss darauf zu, dass diese Schildkröten dort leben. Die Sachbearbeiter im Landratsamt glauben eher, dass es sich um ein ausgesetztes oder entlaufenes Exemplar handelt, da diese Art in Bayern nicht heimisch sei.

Die sogenannte Lichtverschmutzung wird seit einigen Jahrzehnten als Problem der Umweltverschmutzung wahrgenommen. Insbesondere das von großen Städten ausgehende Licht wird als schädlich angesehen, weil eine echte Dunkelheit im Umfeld der Metropolen dadurch praktisch nicht mehr existiert. Nach Ansicht von Kritikern tragen künstliche Lichtquellen nicht nur zum Insektensterben bei, zudem werde der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus von anderen Tieren und auch der Menschen empfindlich gestört.

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