Ärger für Pauli: Abtrünnige wollen jetzt eigene Partei!

"Die Partei bin ich!": Kritiker haben die Nase vom "Sonnenkönigtum" gestrichen voll
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abriele Pauli: Die einstige CSU-Rebellin und Zirndorfer Landrätin sieht in vielem einfach Missverständnisse.
dpa abriele Pauli: Die einstige CSU-Rebellin und Zirndorfer Landrätin sieht in vielem einfach Missverständnisse.

"Die Partei bin ich!": Kritiker haben die Nase vom "Sonnenkönigtum" gestrichen voll

ZIRNDORF Die Freie Union (FU) der einstigen CSU-Abweichlerin Gabriele Pauli erlebt ein Erdbeben: Nach einem Streit über die Programmstrategie und angebliche innerparteiliche Demokratie-Defizite steht die Partei vor einer Abspaltung. Frühere Bundesvorstandsmitglieder um den bisherigen Vize Peter Frühwald aus Sachsen planen am 20. Dezember in Berlin die Gründung einer neuen Partei. Pauli selbst gibt sich demonstrativ gelassen.

Das Fass zum Überlaufen brachte angeblich eine Bundesvorstandssitzung am 14. November. Als Vorstandsmitglieder klare Leitsätze und ein Parteiprogramm verlangten, damit Wähler wüssten, wofür die Partei stehe, winkte Pauli nach Teilnehmerberichten energisch ab. Doch Vorstandsmitglieder beharrten darauf. Dann fiel jener Satz von Pauli, über dessen Interpretation sich seit Wochen Pauli-Befürworter und Widersacher streiten: „Die Partei bin ich.“

Pauli: "Die verdrehen nachträglich Vieles"

Während die einen Paulis Äußerung als letzten Beweis für das „Sonnenkönigtum“ der Fürther Ex-Landrätin, die jetzt bayerische Landtagsabgeordnete ist, und ihren undemokratischen Autarkie-Bestrebungen sehen, spricht Pauli von einem Missverständnis. Sie habe nur sagen wollen, dass vor allem durch ihre persönliche Zugkraft die Partei ihre heutige politische Bedeutung habe. „Die verdrehen nachträglich Vieles“, so Pauli.

Auf Kritik an ihrem Führungsstil reagierte sie umgehend: Sie leitete ein Schiedsgerichtsverfahren gegen die Vorstandsmitglieder Heike Seise (Thüringen), Peter Frühwald (Sachsen) und Daniel Schreiner (Hessen) ein – mit der Folge, dass deren Spitzenämter bis auf weiteres ruhten. Alle drei, die in Erwartung einer Amtsenthebung nicht mehr an dem Vorstandstreffen in Kerpen/NRW teilgenommen hatten, wurden per E-Mail davon informiert. Pauli selbst spricht von einem überaus demokratischen Vorgang.

Nun also eine neue Partei. Die will umsetzen, was sich die FU bei ihrer Gründung auf die Fahnen geschrieben habe. „Allerdings ohne Frau Pauli“, sagt Matthias Günkel, Ex-Pressesprecher des FU-Verbandes Sachsen. Klaus Tscharnke

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