33-Jähriger Selbstversorger auf Hof erschossen – jetzt hilft ZDF bei Ermittlungen
Daniel Emminger (33) lebte abgeschieden. Auf einem Einödhof nahe dem Breitenbrunner Ortsteil Bedernau im Unterallgäu. Der Mann mit den auffälligen Dreadlocks und Piercings war Selbstversorger, gab verschiedene Kurse und bot zudem durchreisenden Campern bei sich Stellplätze an.
Er wird auch als Vorsitzender des Vereins Autarkia naturnah geführt. Doch der 33-Jährige, der im Einklang mit der Natur leben wollte, wurde Opfer eines Verbrechens.
Der Fall ist seit Monaten ungeklärt. Nun wurde er bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" mit Moderator Rudi Cerne aufgegriffen. Die Staatsanwaltschaft und die Kripo Memmingen bitten um Hinweise. Neu: Es gibt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro.

Das Opfer wurde am 3. April 2026 tot auf seinem Hof gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er bereits in der Nacht auf den 1. April erschossen wurde. Mit einem Gewehr.
Gewehr-Schuss: "Gezielte Hinrichtung"
Wie Michaela Baschwitz von der Kripo Memmingen in der Sendung berichtete, war die Tat "kaltblütig", sie sprach von einer "gezielten Hinrichtung". Der Schuss wurde demnach im Inneren des Gebäudes abgefeuert. Dies müsse einen enormen Lärm verursacht haben, "lauter als ein startender Düsenjet". Deswegen vermutet die Polizei, dass der Schütze entweder vorsorglich einen Gehörschutz dabei hatte oder aber selbst einen Hörschaden erlitten haben muss.

Die Ermittlerin schilderte, dass der Hof abgelegen und baufällig sei. Der 33-Jährige habe dort allein gelebt, galt als sympathisch und charismatisch, hatte einen großen Freundeskreis. Er war demnach geschieden und hat einen kleinen Sohn. Hier soll es keine familiären Konflikte gegeben haben.
Was könnte das Motiv gewesen sein?
Die Polizei könnte sich vorstellen, dass jemand nicht mit dem alternativen Lebensstil einverstanden war. Emminger habe etwa auch Veranstaltungen mit über 100 Personen abgehalten, obwohl das Gelände dafür nicht geeignet war. Störte das jemanden?
Genauso könnten Eifersucht oder Neid ein Motiv gewesen sein. Die Kripo geht nicht von einer Zufallstat aus: "Wir glauben nicht, dass dort jemand zufällig vorbeikam." Und: "Der Hof sieht von außen nicht so aus, als wären dort Reichtümer zu holen."
So viele Hinweise sind neu eingegangen
Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West der AZ am Donnerstag sagt, seien seit der Sendung Hinweise im niedrigen zweistelligen Bereich eingegangen.

Es werde nun Zeit in Anspruch nehmen, diese zu überprüfen. Man freue sich über jeden Hinweis zu dem Fall.
Was die Polizei konkret wissen will
Die Polizei will konkret wissen: Wer hat zwischen dem 31. März und dem 1. April in Bedernau/Kunzach Beobachtungen gemacht? Wem sind verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen? Wer kennt Personen aus Emmingers Umfeld oder aus der Nähe des Tatorts, die über ein legales oder illegales Gewehr verfügen? In der Sendung war etwa von Sportschützen oder Jägern die Rede.

Gibt es jemanden, der weiß, dass ein Gewehrbesitzer dieses nach dem 1. April loswerden wollte? Noch eine wichtige Frage: "Kennen Sie Personen aus dem Umfeld des Getöteten oder des Tatorts, die nach dem 1. April 2026 wegen eines Hörschadens aufgefallen sind oder sich deshalb in ärztliche Behandlung begeben haben?"
Hinweise: 08331 100499
