2:3 nach 2:0: Augsburger Frust nach dem Bremen-Schock

Es hätte so ein schönes Wochenende werden können für Finn Dahmen. Für den Torwart des FC Augsburg ging es zusammen mit seinem Teamkollegen Hennes Behrens zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Das erste Heimspiel mit dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp findet am nächsten Sonntag auch noch in Augsburg statt. "Ich werde Vollgas geben und versuchen, mich möglichst gut zu präsentieren", sagte Dahmen, seine Vorfreude ist groß. Wenn da zeitgleich nicht auch noch der große Frust über das Bundesliga-Spiel bei Werder Bremen wäre...
Mit 2:0 führte der FCA im Weserstadion bereits. 2:3 (1:0) hieß es am Ende nach zwei späten Gegentoren von Niclas Füllkrug (86. Minute) und Mitchell Weiser (90.+3). "Das fühlt sich schon echt beschissen an gerade", sagte Dahmen hinterher und sprach zu Recht von einer "Riesenchance", die die Augsburger an diesem Nachmittag ausgelassen haben.
Denn statt weiterhin die Fußball-Bundesliga aufzumischen und punktgleich mit dem FC Bayern München in das Topspiel direkt nach der langen Länderspiel-Pause zu gehen (Samstag, 10. Oktober, 15.30 Uhr), kassierte der FCA die erste Saisonniederlage. Und schlimmer noch: Der bisherige Erfolg in dieser Saison und die frühe Führung durch Robin Fellhauer (18.) schienen das Team nicht etwa hungrig auf mehr zu machen. Es führte stattdessen dazu, sich etwas zu sehr auf den eigenen Qualitäten auszuruhen.
Augsburg viel zu passiv
"Das dritte Tor ärgert mich am meisten", sagte Trainer Manuel Baum, "weil das ein Ablauf ist, der total einfach zu verteidigen ist. Den wir in der Regel in 99 von 100 Malen gut verteidigen." Das Fazit des FCA-Coaches: "Gerade, wenn unsere große Stärke, das Verteidigen, nicht funktioniert", dann müsse man eingestehen: "Das war mit das schwächste Spiel von uns bisher. Ich finde: Das sollte man sich nicht mehr aus der Hand nehmen lassen."
Das ist der Lerneffekt aus diesem Spiel: Ein Team wie der FC Augsburg muss an seine Grenzen gehen, um etwas zu holen. In Bremen aber klaffte zwischen Möglichkeit und Realität eine schwer zu schließende Lücke.
Die gesamte Spielanlage war viel zu passiv. "In allen Themen, die mit dem Ball zu tun hatten", so Baum, "waren wir technisch zu fahrig." So konnten keine Konter ausgespielt oder der Bremer Dauerdruck vom eigenen Tor ferngehalten werden. Zumindest an diesem Nachmittag war der FCA noch längst nicht so weit, wie man selbst vielleicht dachte.
Gesamtbilanz bleibt positiv
In der Gesamtbetrachtung gilt aber immer noch: Der FC Augsburg steht in der Tabelle vor Clubs wie Eintracht Frankfurt und hat aktuell mehr deutsche Nationalspieler als Bayer Leverkusen. "Direkt nach diesem Spiel fällt es mir schwer, mich auf die Nationalmannschaft zu freuen. Aber das wird sicher noch kommen, wenn wir das Spiel aufgearbeitet haben", sagte Behrens.
Anders als der 21-jährige Linksverteidiger kennt der sieben Jahre ältere Dahmen bereits die Abläufe beim DFB-Team und vor allem das Auf und Ab einer langen Bundesliga-Saison. "Wenn man mit ein paar Tagen Abstand auf die Tabelle schaut", sei die Bilanz von sieben Punkten in vier Spielen "wahrscheinlich okay. Das hätte man wahrscheinlich vor einem Monat so unterschrieben."