1860 nach Enttäuschung bei Heimpremiere: "Brauchen Geduld"

Trotz starker Fan-Unterstützung verpasst 1860 München einen Sieg im ersten Heimspiel. Die Kulisse beeindruckt. Trainer und Spieler finden mildernde Umstände für den Ausgang - und sie mahnen.
von  dpa
Die Spieler von 1860 München waren frustriert nach dem 2:2 gegen Augsburg II.
Die Spieler von 1860 München waren frustriert nach dem 2:2 gegen Augsburg II. © Florian Diettrich/dpa

Vitus Eicher pfefferte seine Torwarthandschuhe frustriert auf den Rasen - kurz danach wurden der Keeper und seine Teamkollegen von 1860 München vor der Fankurve mit Sprechchören wieder aufgebaut. Das 2:2 (2:1) der "Löwen" bei der Heimpremiere gegen den FC Augsburg II spiegelte eindrucksvoll die Lage des Vereins nach einem chaotischen Sommer wider: Sportlich noch deutlich von der Topform entfernt - von der emotionalen Wucht der Fan-Unterstützung her aber viel zu gut für die Fußball-Regionalliga.

Innenverteidiger und Rückkehrer Felix Weber etwa erzählte von seinem Gemütszustand gleich in der Anfangsphase vor 15.000 Leuten im Grünwalder Stadion: "Als das ganze Stadion mitgesungen hat, da habe ich - ehrlich gesagt - das Spiel schon mal kurz vergessen und eine Gänsehaut gekriegt." Michael Eberwein schilderte schon von der Anfahrt zum Grünwalder Stadion an Tausenden Fans vorbei: "Das war schon Wahnsinn und hat gekribbelt."

Selbst Augsburg-Coach Feulner wünscht 1860 den Aufstieg

Der Zwangsabstieg infolge eines gekündigten Darlehens von Investor Hasan Ismaik hat der Euphorie rund um den TSV 1860 München kaum geschadet - im Gegenteil: Jetzt, wo der Verein sich von dem verhassten Geldgeber losgesagt hat, sehen viel Fans die Zeit gekommen für eine erfolgreichere und sorgenfreie Zukunft. Und das zeigten sie an dem Sommerabend mit mehr als 90 Minuten Unterstützung. "Brutal, was heute los war... Man muss ehrlich sagen, das ist 1. Bundesliga. Das ist unfassbar", schwärmte Florian Niederlechner im BR. 

Selbst die Konkurrenz ist beeindruckt. "So ein Verein gehört einfach nicht in die Regionalliga", sagte Augsburgs Coach Markus Feulner im Hinblick auf das Umfeld des TSV. Er freue sich zwar, gegen solch einen Traditionsclub spielen zu können. "Aber die Leute haben mehr verdient."

Dass die Sechziger auch sportlich am Freitagabend in der ersten Halbzeit mehr verdient hatten, am Ende aber nur ein Unentschieden raussprang, das weist auf das noch große Defizit im Team von Trainer Alper Kayabunar hin. Der erst in den jüngsten Wochen zusammengestellten Mannschaft fehlen noch klar die gemeinsamen Trainings, die Abstimmung und die Cleverness eines Topteams.

"Löwen" als komplett neues Team: "Nicht so leicht"

Eberwein per Handelfmeter (15. Minute) und Ex-Bundesliga-Profi Niederlechner (21.) hatten früh die 2:0-Führung erzielt. Weitere Tore etwa bei einer Doppelchance des auffälligen Raphael Wach wären möglich gewesen. "Wir verpassen das 3:0, mit dem wir vielleicht das Spiel hätten killen können", haderte Coach Kayabunar und fand: "Das ist ein enttäuschendes Ergebnis."

Anstatt die Führung souverän zu verwalten, ließen die "Löwen" die zweite Mannschaft des FCA wieder herankommen. Thomas Kastanaras (45.) und Aris Malaj (74.) sorgten für das Unentschieden. "Wir sind eine komplett neue Mannschaft, das ist nicht so leicht", meinte Weber nach dem zweiten 2:2 im zweiten Spiel. Trainer Kayabunar mahnte: "Wir brauchen ein bisschen Geduld."

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