166 Corona-Infizierte in Konservenfabrik in Mamming

Eine zweite Reihentestung in der niederbayerischen Fabrik sollte Sicherheit bringen - doch das Ergebnis ist eher verunsichernd. Wieder haben sich zahlreiche Arbeiter mit dem Virus infiziert.
| dpa
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Corona-Test wird bei einer Patientin durchgeführt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn/Symbolbild
dpa Corona-Test wird bei einer Patientin durchgeführt. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn/Symbolbild

Mamming (dpa/lby) - In einer Konservenfabrik im niederbayerischen Mamming sind 166 von 600 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Es war zwar zu erwarten, aber trotzdem sind es bittere Nachrichten", sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Dienstag. Alle Beschäftigten befänden sich in Quarantäne, der Betrieb sei vorübergehend stillgelegt.

"Die schnell fortschreitenden und hohen Infektionszahlen lassen vermuten, dass das Coronavirus dort schon vor längerer Zeit ausgebrochen war und inzwischen deshalb so viele Mitarbeiter infiziert sind", hieß es weiter. Davon gingen auch Experten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aus, die sich vor Ort ein Bild vom Infektionsgeschehen gemacht hatten.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte: "Auch uns neu vorliegende Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass weiterhin kein erneuter Lockdown für die Allgemeinbevölkerung in der betroffenen Region notwendig ist, um diese zu schützen. Denn die möglichen Kontaktpersonen von infizierten Personen lassen sich nach Angaben des Landratsamts bisher gezielt ermitteln."

Schon am Wochenende stellte sich heraus, dass sich 43 Beschäftigte der Fabrik angesteckt hatten. Nur zur Sicherheit fand eine Kontrolluntersuchung statt. "Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist natürlich ein herber Rückschlag", erklärte der Landrat. "Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass es sich um eine in sich geschlossene Einheit handelt und es weiterhin nur einen Infektionsherd gibt."

Der verarbeitende Betrieb stellt Gemüsekonserven und Sauerkraut her. Er liegt in der Nähe eines Gemüsehofes, wo zuvor bereits rund 230 Erntehelfer positiv getestet worden waren. Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass es zu einer Übertragung von Mitarbeitern des Agrarbetriebes zu Beschäftigten der Konservenfabrik gekommen ist.

Auf dem Gemüsehof scheint sich die Situation derweil zu entspannen: Noch 66 infizierte Mitarbeiter befänden sich momentan in Quarantäne, sagte eine Sprecherin des Landratsamts Dingolfing-Landau auf Nachfrage. Von den drei Covid-19-Patienten im Krankenhaus seien zwei wieder entlassen worden. Etwa 250 Beschäftigte des Gemüsehofs blieben vorerst verschont - fällt ihr Testergebnis am Mittwoch wieder negativ aus, dürfen auch sie die Quarantäne verlassen.

Noch überwachen gut zwei Dutzend Polizisten die Einhaltung der Quarantäne in den beiden Betrieben. Auch zwei weitere Standorte der Konservenfabrik in den Gemeinden Simbach und Eichendorf seien momentan stillgelegt, teilte das Landratsamt mit. Von den 130 Mitarbeitern dort sei ebenfalls ein Abstrich genommen worden - das Ergebnis stehe noch aus.

Bayernweit sind inzwischen 51 278 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Gestorben sind bisher 2621 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hatten, wie das LGL am Dienstag (Stand 08.00 Uhr) auf seiner Homepage mitteilte. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 47 270 Menschen.

In Mamming sind außerhalb der beiden Betriebe laut Landratsamt keine Infektionen bekannt. In den vergangenen Tagen wurden fast 4000 Saisonkräfte und Bauernfamilien in der Region negativ getestet. Landrat Werner Bumeder befürchtet trotzdem weitreichende Folgen für den gesamten Gemüseanbau in Niederbayern. Schließlich liefern zahlreiche Landwirte ihr Gemüse zu der Konservenfabrik, die nun erstmal geschlossen ist.

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