Bayerische Vereine sind sich einig: 3. Liga muss fortgesetzt werden

Die fünf bayerischen Drittligisten plädieren gemeinsam dafür, dass die aktuelle Drittliga-Saison weitergehen muss. Die Fortführung des derzeit unterbrochenen Ligabetriebs sei "alternativlos".
von  AZ
Nahmen für den TSV 1860 an der Videokonferenz teil: Die Geschäftsführer Michael Scharold (l.) und Günther Gorenzel.
Nahmen für den TSV 1860 an der Videokonferenz teil: Die Geschäftsführer Michael Scharold (l.) und Günther Gorenzel. © Rauchensteiner/Augenklick

München - Die bayerischen Drittligisten halten zusammen! Bei einer Videokonferenz haben sich die Vertreter des TSV 1860, des FC Bayern II, der SpVgg Unterhaching, des FC Ingolstadt und der Würzburger Kickers dafür ausgesprochen, die aktuell unterbrochene Drittliga-Saison unter allen Umständen fortzusetzen.

Der Spielbetrieb in Deutschlands dritthöchster Spielklasse ist derzeit wegen der Coronavirus-Pandemie bis auf Weiteres unterbrochen. Die "zeitnahe Fortführung" sei "nach aktueller Faktenlage alternativlos", teilte der Bayerische Fußball-Verband, der die Videokonferenz initiiert hatte, am Donnerstagnachmittag offiziell mit. Das gilt auch, wenn die Partien - wie erwartet - nur als Geisterspiele ausgetragen werden können. "Diese einhellige Auffassung der aktuellen Situation ist eine ebenso feste wie gute Basis, um den Schaden in Zusammenarbeit mit den weiteren Drittligisten so gut es geht zu minimieren, sagte BFV-Präsident Rainer Koch nach der 90-minütigen Videokonferenz.

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Das sagen Gorenzel und Scharold

Sechzigs Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel kritisierte zuletzt Drittliga-Konkurrent Halle, weil sich die Vertreter des HFC gegen Geisterspiele ausgesprochen hatten. Bei der Videokonferenz am Freitag unterstrich Gorenzel nochmals die Kritik daran: "Wer jetzt den freiwilligen Abbruch der 3. Liga fordert, sollten die Gesundheitsbehörden zu dem Schluss kommen, unter bestimmten Auflagen Spiele ohne Zuschauer zu genehmigen, gefährdet die zukünftige Existenz der 3. Liga. Denn bis dato habe ich bei all den Diskussionen noch kein Sachargument gehört, dessen Bewertungsgrundlage sich nach Aussagen renommierter Experten in den nächsten sechs bis acht Monaten zum Thema Geisterspiele verändern wird. Wer sich folglich jetzt gegen Geisterspiele ausspricht, wird zu Ende gedacht auch in sechs bis acht Monaten keine geänderte Bewertungsgrundlage vorfinden."

Auch Noch-Geschäftsführer Michael Scharold war bei der Konferenz anwesend. Er betont, dass die "Debatte über einen Abbruch der 3. Liga aktuell Schaden" zufügen würde. Es sei die Pflicht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als Ligabetreiber, alles dafür zu tun, um die Liga fortsetzen zu können – "allein um Berufsfußballern die Ausübung ihres Berufs zu ermöglichen".

13 von 20 Vereinen wollen Liga fortsetzen

"Es gibt für uns gar keine andere Lösung, als die Saison zu Ende zu spielen, weil nur dann ein sportlich faires Endergebnis zustande kommt", sagte Manfred Schwabl von der SpVgg Unterhaching. "Ansonsten sehe ich eine große Gefahr, dass der Fortbestand dieser ohnehin wirtschaftlich problematischen 3. Liga auf dem Spiel steht."

Vom FC Ingolstadt hieß es: "Geisterspiele sind nicht schön, aber überhaupt kein Fußball ist die schlechteste Lösung. Daher wollen wir so schnell wie möglich versuchen, diese Saison auf sportlichem Wege zu Ende zu bringen." Die Würzburger Kickers und die Reserve des FC Bayern sehen das ähnlich. Ligaweit befürworten 13 von 20 Vereinen eine Fortführung ohne Fans – der Rest will abbrechen.

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