Steffen Freund: "Bayern haben ihr Pulver verschossen"

Die Pressekonferenz der FC-Bayern-Bosse von vergangenem Freitag bleibt in Fußball-Deutschland weiter ein heißes Thema. Jetzt hat sich der ehemalige Nationalspieler Steffen Freund zur Sache geäußert.
von  AZ/SID
Sollte der FC Bayern nochmal nochmal kriseln, bekommt der Verein mächtig Probleme - meint zumindest Steffen Freund.
Sollte der FC Bayern nochmal nochmal kriseln, bekommt der Verein mächtig Probleme - meint zumindest Steffen Freund. © Rolf Vennenbernd/dpa

Köln/München - Ex-Nationalspieler Steffen Freund (48) sieht nach dem verbalen Rundumschlag der Bayern-Chefs Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß am vergangenen Freitag Probleme auf den deutschen Rekordmeister aus München zukommen.

Freund: FC Bayern mit "Doppelmoral"

"Die Bayern werden noch einmal in eine Krise kommen, und dann haben sie ihr Pulver bereits verschossen. Was wollen sie machen, wenn es wieder mal nicht läuft, sie in der Champions League nicht weit kommen?", sagte Freund bei "100 % Bundesliga - Fußball bei Nitro": "Es ist relativ früh in der Saison und mehr können sie nicht machen."

Der Europameister von 1996 hat eine "Doppelmoral" beim FC Bayern ausgemacht. Immerhin sei durch das 3:1 in Wolfsburg der Negativtrend vorerst gestoppt worden: "Sie haben bewirken wollen, dass die Mannschaft reagiert – das haben sie geschafft." (Lesen Sie auch: Ex-Bayern-Profis irritiert - "Er ist doch kein Schuljunge")

Thon: Auf den Fußball konzentrieren

Ex-Bayern-Profi Olaf Thon (52), der mit seiner Kritik an den Bayern ebenfalls bei den Klub-Oberen Rummenigge und Hoeneß angeeckt war, äußerte sich moderat: "Man muss jetzt zur Normalität zurückfinden. Wir alle können uns hinterfragen, wie wir zukünftig mit solchen Sachen umgehen." Er werde versuchen, "noch genauer hinzuschauen und noch genauer zu analysieren, welche Stärken und Schwächen die Spieler haben und diese auch benennen. Noch deutlicher! Wenn ein Spieler taktisch falsch steht, zu langsam ist, werde ich das weiterhin benennen".

Die Diskussion habe dazu geführt, "dass auch ich nachgedacht habe, wie man vernünftig mit den Leuten - besonders mit gestandenen Nationalspielern - umgeht". Thon: "Wir sollten alle etwas ruhiger sein und uns darauf konzentrieren, worauf es ankommt: auf den Fußball."

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