Fiete Arp: Der interessierte Beobachter beim FC Bayern

Fiete Arp wurde einst als großes Versprechen in die Zukunft geholt. Längst haben dem 20-jährigen Stürmer bei Bayern jedoch andere Youngster den Rang abgelaufen. Was ist bloß los mit dem Burschen?
von  Maximilian Koch
© firo/Augenklick

München - Ende Mai des vergangenen Jahres war Fiete Arp dem Henkelpott ganz nah. Der 20-jährige Stürmer, damals noch beim Hamburger SV unter Vertrag, reiste privat nach Madrid, um das Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur anzuschauen. Arp sah dabei nicht nur einen 2:0-Sieg der Mannschaft von Coach Jürgen Klopp, sondern auch eine Perspektive: Bald, ganz bald, könnte er auch einmal auf so einer großen Bühne spielen – mit dem FC Bayern.

Doch daraus ist bislang nichts geworden, Arp erlebt bei den Münchnern eine sehr harte Realität, eine Entwicklung, die ihm nicht gefallen kann. Wie nun herauskam, ist der Angreifer nicht einmal für den Champions-League-Kader in dieser Rückrunde gemeldet. Trainer Hansi Flick zog ihm unter anderem die Talente Sarpreet Singh (20) und Oliver Batista Meier (18) vor. Auch der im Winter von Real Madrid ausgeliehene Alvaro Odriozola wurde für die Königsklasse gemeldet. Der nächste Rückschlag für Arp in einer bislang wenig harmonischen Beziehung mit Bayern.

FC Bayern: Arp noch ohne Pflichtspieleinsatz 

Für die Profimannschaft stand der talentierte Stürmer, der in den Junioren-Nationalmannschaften mit spektakulären Leistungen begeisterte und das Interesse diverser Topklubs auf sich zog, noch keine einzige Sekunde in einem Pflichtspiel auf dem Platz. Und selbst bei den Amateuren in der 3. Liga hat Arp keine Startelf-Nominierung sicher.

Was ist los mit dem Burschen, der Bayern vor dieser Saison immerhin drei Millionen Euro wert war? "Mein Ziel ist es nach wie vor, mir hier meinen Platz zu erarbeiten", hatte Arp noch kurz nach Neujahr bei "Sport1" gesagt und sich ein Beispiel an Hinrunden-Überraschung Joshua Zirkzee (18) genommen. "Unser Kader ermöglicht es, dass auch junge Spieler so große Chancen haben, wie vielleicht selten zuvor beim FC Bayern. Man sieht ja, dass viele junge Spieler bereits zu ihren Einsätzen kamen und sie auch genutzt haben."

Auf Arp selbst trifft das nicht zu, obwohl er sowohl in der Sommer-Vorbereitung in den USA als auch kürzlich im Trainingscamp in Doha gute Ansätze zeigte. Die letzte Durchschlagskraft fehlt ihm aber (noch), die Konstanz und Wettkampfhärte. In Zweikämpfen mit Defensivstars wie David Alaba (27) hat er oft keine Chance. Erschwert wurde Arps Eingewöhnung bei Bayern zudem durch Verletzungen. Ein Kahnbeinbruch in der linken Hand und eine kleine, knöcherne Absprengung der Speiche im linken Unterarm bremsten ihn in der Hinserie, es waren die ersten schweren Blessuren in Arps Karriere – zu einem ganz schlechten Zeitpunkt.

Arp hofft auf Hilfe von Flick

Nun muss sich der Nachwuchsmann zurückkämpfen, dabei setzt er auch auf die Hilfe von Coach Flick. "Da er vorher Co-Trainer war, hat er einen engeren Draht auch zu den jungen Spielern aufgebaut, gerade zu mir", sagte Arp im Januar. "Ich habe mit ihm öfter zu zweit trainiert, wenn ich mal nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Er hat mir zuletzt klargemacht, dass ich Ruhe mitbringen und ich mir nicht den großen Druck machen soll."

Bislang hat Arp seinen Trainer aber nicht nachhaltig überzeugen können. Und so wird die heiße Phase in der Königsklasse, die für Bayern mit den Achtelfinal-Duellen mit dem FC Chelsea (25. Februar/18. März) beginnt, ohne den Stürmer stattfinden. Arp bleibt wie schon im Jahr 2019 nur die Rolle des interessierten Beobachters. Das hatte er sich ganz anders vorgestellt

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