FC Bayern: Thomas Müller gegen PSG - alles gegeben, nichts gewonnen

Thomas Müller präsentiert sich gegen Paris Saint-Germain erneut als hochengagierter Antreiber, kann die 2:3-Niederlage des FC Bayern aber nicht verhindern. "Wir haben uns das Ei selbst ins Nest gelegt", moniert der Angreifer.
von  AZ
Die Bemühungen von Bayerns Antreiber Thomas Müller blieben gegen PSG unbelohnt.
Die Bemühungen von Bayerns Antreiber Thomas Müller blieben gegen PSG unbelohnt. © firo/Augenklick

München - Zum Jubeln war keine Zeit – trotz aller Emotionalität. "Hol' den Ball raus und mach' weiter!", lautete die unmissverständliche Ansage von Thomas Müller an Eric Maxim Choupo-Moting, da hatte der Ball kaum die Linie überquert. Dass ausgerechnet der ehemalige PSG-Stürmer, der noch im vergangenen Sommer für die Franzosen im Finale gegen die Bayern gespielt hatte, für den Anschlusstreffer zum 1:2 sorgte – es war nur eine von vielen Geschichten in dieser verrückten Neuauflage des Vorjahres-Endspiels.

Tatsächlich sollte die neuerliche Aufholjagd der Bayern zwischenzeitlich sogar vielversprechende Züge annehmen. Antreiber Müller höchstselbst sorgte nach gut einer Stunde für den Ausgleich gegen eine defensiv alles andere als sattelfest stehende Hintermannschaft der Gäste aus Paris. Es war bereits Müllers 48. Treffer in der Königsklasse, damit zog er mit Superstar Zlatan Ibrahimovic und der ukrainischen Stürmer-Legende Andriy Shevchenko gleich. Allein: Es brachte nichts.

Müller angefressen: "Müssen deutlich mehr Tore machen"

Denn trotz einer gewaltigen Überzahl an Chancen stand am Ende eine 2:3-Niederlage für die Bayern auf der Anzeigetafel der Allianz Arena, auch das ist eine der Geschichten dieses Spiels. "Wir müssen deutlich mehr Tore machen. Über die Gegentore kann man natürlich reden, aber wenn es 5:3 oder 6:3 ausgeht, kann sich keiner so richtig beschweren", meinte der 2014er Weltmeister nach der Partie bei "Sky": "Wir haben uns das Ei selbst ins Nest gelegt und müssen dem Rückstand jetzt hinterherlaufen, das ist klar."

An Müller hat es jedenfalls nicht gelegen. In Abwesenheit des verletzten Robert Lewandowski, der laut eigener Aussage auch im Rückspiel am kommenden Dienstag (21 Uhr, Sky und im AZ-Liveticker) ausfallen wird, wirkte der 31-Jährige fast noch engagierter, noch umtriebiger als sonst. Alleine Müller feuerte fast so viele Schüsse aufs gegnerische Tor (fünf) wie die komplette PSG-Mannschaft (sechs), dazu kam eine Zweikampfquote von immerhin 43 Prozent.

Voll im Tunnel: Müller bemerkt blutende Wunde nicht

Dass der Angreifer gegen die Luxus-Truppe aus der französischen Hauptstadt keinem Zweikampf aus dem Weg ging, zeigte sich nur wenige Minuten nach seinem Ausgleichstreffer. Bei seinem Fallrückzieher wurde der 31-Jährige von Gegenspieler Danilo am Kopf getroffen und zog sich eine blutende Wunde zu, Müller selbst merkte von seiner Blessur zunächst aber nichts. Erst als ihn Schiedsrichter Matheu Lahoz mit einem lauten "Thomas! Thomas! Thomas!" auf seinen mittlerweile blutüberströmten Nacken hinwies, ließ er die Wunde von den Bayern-Ärzten behandeln.

Thomas Müller bemerkte seine blutende Wunde nicht.
Thomas Müller bemerkte seine blutende Wunde nicht. © Sammy Minkoff/Augenklick

Den Glauben ans Weiterkommen hat der 31-Jährige trotz des am Mittwoch erfolglosen Kampfes aber nicht aufgegeben. "Wenn wir diese Leistung spielerisch wieder bringen, werden wir in Paris die Torchancen bekommen, um uns in Paris für das Halbfinale zu qualifizieren", meinte Müller nach dem Abpfiff kämpferisch: "Gerade nach so einem Spiel ist man in Gedanken schon eher beim Rückspiel." Bleibt zu hoffen, dass die Bayern dann am Ende Grund - und vor allem auch genügend Zeit - zum Jubeln haben.