FC Bayern: Serge Gnabry kurz vor Verlängerung - Unterschrift bereits am Freitag?

Joshua Kimmich und Leon Goretzka haben bei Bayern bereits verlängert, mit Serge Gnabry wird ein weiterer Leistungsträger in Kürze folgen. "Er ist als Typ und spielerisch wichtig", sagt Julian Nagelsmann.
von  Patrick Strasser
"Spieler mit Qualität in Verbindung mit dem Charakter, da freue ich mich jeden Tag ihn zu sehen", sagt Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann über Flügelstürmer Serge Gnabry.
"Spieler mit Qualität in Verbindung mit dem Charakter, da freue ich mich jeden Tag ihn zu sehen", sagt Bayerns neuer Trainer Julian Nagelsmann über Flügelstürmer Serge Gnabry. © IMAGO / Sven Simon

München – Aller guten Dinge sind drei. Und wertvolle Unterschriften für die Verantwortlichen sowie die Fans des FC Bayern (München) in diesen Tagen besonders gut – oder anders gesagt: lieb und teuer. Nach Joshua Kimmich, der seinen Vertrag bis 2025 verlängert hat, und Leon Goretzka (bis 2026) wird demnächst Serge Gnabry folgen.

Dessen Arbeitspapier endet 2023, die Gespräche mit den Bossen der Bayern über eine Verlängerung samt Gehaltserhöhung sollen sich laut AZ-Informationen bereits in der Endphase befinden. Die Kettenreaktion ist in vollem Gange – nicht ohne positive Einflussnahme von Gnabrys Kumpels, die wie der gebürtige Stuttgarter alle 1995 geboren sind.

Gnabry: Vertragsverlängerung bereits am Freitag?

"Wir haben mit unseren Unterschriften schon viel Druck ausgeübt“, sagte Goretzka der "Sport Bild" über die Situation von Gnabry und ergänzte: "Es ist klar, dass man sich darüber Gedanken macht. Jo und ich haben einen guten Draht zu ihm, wir werden das schon mit Serge besprechen.“ Hat offenbar gefruchtet.

Somit dürfen die Münchner demnächst ihr Unterschriften-Triple feiern, da der Deal mit dem Offensivspieler bereits diesen Freitag verkündet werden könnte, wenn letzte Details ausverhandelt und die Papiere von den Rechtsanwälten abgesegnet wurden.

Gnabry: "Dazu kann ich nichts Konkretes sagen"

Alternativer Termin für das in diesen Fällen mittlerweile übliche Social-Media-Feuerwerk des Vereins wären die Tage nach der Rückkehr der Nationalspieler von den beiden WM-Qualifikationsspielen im Oktober (am 8.10. gegen Rumänien und am 11.10. in Nordmazedonien). Auf die Verhandlungen angesprochen meinte Gnabry am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Heimspiel der Bayern an diesem Mittwoch zu Hause gegen Dynamo Kiew (21 Uhr, DAZN und im AZ-Liveticker): "Dazu kann ich nichts Konkretes sagen."

Eben – noch nichts Konkretes. Klar ist: Der Flügelstürmer, der einen sehr guten Draht zum neuen Trainer Julian Nagelsmann hat, will unbedingt bleiben. Man kennt sich, man schätzt sich. Schon in der Saison 2017/18, als die Bayern Gnabry nach der Verpflichtung von Werder Bremen für Millionen Euro Ablöse für eine Spielzeit an die TSG ausgeliehen hatten, arbeiteten beide zusammen. 

Nagelsmann: Gnabry "als Typ sehr wichtig"

Am Dienstag unterstrich Nagelsmann das gute Verhältnis der beiden und die Bedeutung des Angreifers (50 Tore in 135 Pflichtspieleinsätzen) für den Bayern-Kader. "Für mich ist er als Typ sehr wichtig, er bringt eine gute Stimmung rein. Spielerisch ist er natürlich auch wichtig, er hat einen guten Abschluss, ein gutes Gefühl und gute Ideen. Spieler mit Qualität in Verbindung mit dem Charakter, da freue ich mich jeden Tag ihn zu sehen."

Vor Wochen schon hatte Nagelsmann betont, Gnabry zeige "immer dann schwächere Leistung, wenn er sich zu viele Gedanken macht". Gelinge es ihm aber, "seine Aktionen nicht zu verkopft anzugehen, ist er sehr gut im Eins-gegen-eins, sehr gut in der Tiefe anzuspielen und ein guter Kombinationsspieler." Nun konkretisierte der 34-jährge Coach: "Ich sehe es so, dass er frei sein muss und nicht zu viel darüber nachdenkt, was er macht. Er macht viel über den Instinkt und hat das Straßenfußballer-Gen."

Nagelsmann achtet auf Gesundheit von Gnabry

Dass sich Gnabry frank und frei auf dem Platz austoben kann – dafür will Nagelsmann sorgen. Und auf dessen Körper aufpassen. Gnabrys Muskulatur gilt als mitunter verletzungsanfällig, diese Saison plagten den 26-Jährigen Rückenprobleme und ein Virusinfekt. In den bisher neun Pflichtspielen der Bayern stand er jedoch immer auf dem Platz, allerdings nur einmal über die volle Spielzeit. 

"Er hat oft kleine Wehwehchen", bestätigte Nagelsmann, "das liegt auch daran, dass er oft nicht im Rhythmus war, da er kleine Probleme hat. Da muss man ein gutes Auge darauf haben, dass er in den wichtigen Momenten voll da ist. Das ist die Aufgabe des Trainerteams. Er ist unglaublich professionell, bei ihm liegt es nicht daran, dass er sich nicht gut ernährt oder den Beruf nicht erfasst. Es gibt einfach Spieler, die immer mal leichte Probleme haben." 

Dennoch setzt Bayern fest auf Gnabry als einen der Leistungsträger der nächsten Jahre.