Die Bosse wechseln Butt wieder ein

Thomas Kraft - Nach dem schweren Patzer gegen Nürnberg droht Bayerns jungem Keeper die Bank
von  ps

München - Nun kann man also Bilanz ziehen der kurzen Ära Thomas Kraft im Tor des FC Bayern. Zwölf Liga-Spiele hat er seit seiner überraschenden Beförderung zur Nr. 1 bestritten, sieben Siege, drei Niederlagen – zwei Elfmeter gehalten, zwei derbe Patzer, 15 Gegentore. Nach dem 1:3 in Hannover verschuldete der 22-Jährige den 1:1-Ausgleich in Nürnberg durch einen zu lässigen Chip-Pass auf Philipp Lahm, den Club-Stürmer Christian Eigler abfing und per Schlenzer kunstvoll ins Tor beförderte. Keine Ausstrahlung, keine Sicherheit bei Flanken, hanebüchene Pässe – es war der schlechteste Auftritt des Talents. Und wohl der letzte.

Nach der Entlassung von Cheftrainer Louis van Gaal und Torwartcoach Frans Hoek gilt es als sicher, dass Jörg Butt schon am Sonntag im Heimspiel gegen Leverkusen (15.30 Uhr) wieder im Tor steht. So kommt der Oldenburger, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, zu einem versöhnlichen Karriere-Ende. Abgemacht ist, dass Butt (36) Jugendkoordinator wird, außer der neue Coach Jupp Heynckes macht ihn zum Stellvertreter von Fast-Sicher-Neueinkauf Manuel Neuer vom FC Schalke. Egal wie viele „Koan Neuer”-Plakate die Südkurve noch aufhängt: Ab sofort wird es bei Bayern wieder „Koan Kraft” heißen.

Das Talent hat beim 1:0 bei Inter Mailand voll überzeugt, war ansonsten oft dem Druck nicht gewachsen. „Es war ja nicht so, dass hinten einer mal einen Fehler macht”, sagte Präsident Uli Hoeneß am Sonntag, „es ist eine komplette Unruhe in der ganzen Abwehr entstanden. Das konnte man sich nicht länger antun.”

Nach Michael Rensing ist nun ein zweites hoffnungsvolles Talent beim FC Bayern gescheitert. Sein Vertrag läuft im Juni aus, Zukunft offen.