Das sagt Manfred Schwabl über den Umbruch beim FC Bayern München

Der FC Bayern scheint mit dem angekündigten Umbruch im Kader ernstzumachen. Ex-Bayern-Profi Manfred Schwabl sieht den Klub auf dem richtigen Weg, eines aber macht ihn nachdenklich. 
von  AZ
Manfred Schwabl spielte für den FC Bayern, den 1. FC Nürnberg, den TSV 1860 und den FC Tirol. Seit Juli 2012 ist er Präsident der Spielvereinigung Unterhaching.
Manfred Schwabl spielte für den FC Bayern, den 1. FC Nürnberg, den TSV 1860 und den FC Tirol. Seit Juli 2012 ist er Präsident der Spielvereinigung Unterhaching. © imago/foto2press

München - Das Werben um Chelsea-Talent Callum Hudson-Odoi, die Grätsche im Gerangel um PSG-Profi Adrien Rabiot, die Gerüchte um das Interesse an ManCity-Talent Rabbi Mandolo - beim FC Bayern kommt in diesen Tagen mit Blick auf eine anstehende Verjüngungskur des Kaders einiges ins Rollen.

Für Manfred Schwabl, den Präsidenten des Drittligisten SpVgg Unterhaching ist es an der Zeit, dass der deutsche Rekordmeister den angekündigten personellen Umbruch auch umsetzt. "Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt und wollen nachrüsten", sagte der 52-jährige Ex-Bayern-Spieler in der "Sport1"-Sendung Doppelpass.

Manfred Schwabl: "Der ganze Markt ist überhitzt"

Das werde jedoch nicht jedes Jahr passieren, und es sei wertvoller, in der Champions League weit zu kommen, aber keine Schulden zu machen als andersrum. (Lesen Sie hier: Der BVB-Jäger - das ist die allererste Wahl beim FC Bayern)

Während Schwabl die Aktivitäten des deutschen Rekordmeisters grundsätzlich positiv sieht und "die wirtschaftliche Vernunft im Einklang mit dem Gestalten" sieht, weist er auf ein generelles Problem hin. "Was uns zu denken geben sollte, ist, dass die Summen alle ins Ausland fließen. Das spricht nicht für die Nachwuchsarbeit in Deutschland. Der ganze Markt ist aber überhitzt. Viele Transfers passieren auch auf Druck der Sponsoren, die neue Spieler sehen wollen", kritisiert er die Auswüchse in der Branche.

 

So lange laufen die Verträge der Bayern-Spieler


Stefan Effenberg: "Zeichen gesetzt, dass die Qualität nicht reicht"

Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg sieht eine Gefahr darin, "wenn man nur junge Spieler verpflichtet". Schließlich sei es der Anspruch des FC Bayern, jedes Jahr die Champions League zu gewinnen - und das werde "mit vielen jungen Spielern" nicht funktionieren. "Es spricht auch nicht für das Nachwuchsleistungszentrum der Bayern. Die Tür ist zu. Es wird ein Zeichen gesetzt, dass die Qualität nicht reicht", fügt der 50-Jährige hinzu.

Marcell Jansen: "Lewandowski müsste Druck bekommen"

Ex-Bayern-Spieler Marcell Jansen glaubt nicht, dass die Balance im Team der Münchner gefährdet ist: "Selbst wenn jetzt nur jüngere Spieler kommen, würde die Mischung passen, denn du hast mit Thiago, Alaba etc. genügend erfahrene Spieler." Der 33-Jährige sieht jedoch im Angriff dringenden Handlungsbedarf. Jansen: "Für mich müsste Robert Lewandowski Druck bekommen in Form eines neuen Spielers. Es ist nie gut, wenn es vorne zu ruhig ist."