EHC: Jetzt der Showdown am Oberwiesenfeld

Der EHC Red Bull München verliert bei den Iserlohn Roosters in den Preplayoffs mit 2:3, am Freitag in München kommt es nun zum Entscheidungsspiel.
von  Matthias Kerber
EHC-Stürmer Daniel Sparre bei der 2:3-Pleite gegen die Iserlohn Roosters.
EHC-Stürmer Daniel Sparre bei der 2:3-Pleite gegen die Iserlohn Roosters. © GEPA pictures/ho

Der EHC Red Bull München verliert bei den Iserlohn Roosters in den Preplayoffs mit 2:3, am Freitag in München kommt es nun zum Entscheidungsspiel.

Iserlohn - 54 Minuten war der EHC nicht bereit für den gefürchteten Hexenkessel der Iserlohn Roosters (Hähne). 0:3 lag das lethargisch wirkende Team von Trainer Pierre Pagé in Spiel zwei dieser Preplayoff-Serie zurück, ehe die Red Bulls ihren Charakter entdeckten. Erst hämmerte Stürmer Nick Palmieri die Scheibe an Erik Ersberg vorbei ins Netz, dann verkürzte Fabio Carciola nur 26 Sekunden später auf 2:3. Der EHC warf alles nach vorne, doch die Roosters hielten mit viel Glück den Hühnerkäfig sauber – 3:2.

Damit kommt es am Freitag (19.30 Uhr) in der Olympiaeishalle zum entscheidenden Spiel dieser Best-of-three-Serie – der Showdown am Oberwiesenfeld steht an. Die Red Bulls, die von Pagé vor der Saison als Titelkandidat ausgerufen worden waren, sind nur einen Sieg vom Einzug ins Viertelfinale (gegen Krefeld) entfernt – aber auch nur eine Niederlage vom Saisonende. Eine Alles-oder-Nichts-Situation. „Das sind die Playoffs“, sagte Pagé, „man muss schnell vergessen können.“

Vergessen muss der EHC die ersten 54 Minuten. Denn da ließ die Millionentruppe, die beim ersten Preplayoff-Spiel, beim 5:3 über Iserlohn in eigener Halle, eine der besten Saisonleistungen gezeigt hatte, alle Eishockey-Tugenden vermissen. Unkonzentriert, fahrig, undiszipliniert präsentierte sich München.

Der EHC, der ohne Uli Maurer (Oberkörperverletzung) auskommen musste, verfiel in altbewährte Muster. Das 1:0 bereitete Daniel Sparre mustergültig vor. Leider war es die Führung durch Michael Wolf, die er mit einem katastrophalen Fehlpass eingeleitet hatte. „Turnovers sind für München ja nicht untypisch“, sagte „Servus-TV“-Experte Tino Boos, der selber 912 Mal in der DEL spielte. Vier Minuten später war es Rob Raymond, der die erste Strafzeit des EHC in diesem Preplayoffs (in München blieben sie straffrei) zum 2:0 nutzte. Colten Teubert erhöhte auf 3:0 (51.). Erst als sie mit dem Rücken zur Wand standen, fingen sich die EHCler. Zu spät. Am Oberwiesenfeld müssen die EHCler nun zum Duell bereit sein. Von Anfang an.