SPD: Kanzlerkandidat per Mitgliedervotum?

SPD-Chef Sigmar Gabriel will die Parteimitglieder stärker beteiligen. Auch bei der Wahl eines möglichen Kanzlerkandidaten 2017
von  Annette Zoch

Die SPD soll den nächsten Kanzlerkandidaten per Mitgliedervotum auswählen. Das hat Parteichef Sigmar Gabriel jetzt vorgeschlagen.

Berlin - Die nächste Wahl ist zwar noch eine Weile hin, SPD-Chef Sigmar Gabriel denkt aber offenbar schon an die nächste Bundestagswahl 2017. Und weil er mit dem Mitgliedervotum zum Koalitionsvertrag schon so gute Erfahrungen gemacht hat, will er das offenbar fortsetzen: Sollte es bei der nächsten Bundestagswahl mehr als einen Bewerber geben, will er die Mitglieder abstimmen lassen.

Das sagte Gabriel jetzt der SPD-Zeitung "Vorwärts". "Die Mitglieder der SPD werden nach dem erfolgreichen Votum über den Eintritt in die große Koalition künftig immer wieder einfordern, in zentralen Fragen beteiligt zu werden", sagte Gabriel.

Zur Arbeit in der Koalition sagte Gabriel: "Ich lege Wert darauf, dass die SPD als Partei eigenständig und sichtbar bleibt." Die SPD müsse in der Regierung selbstbewusst ihre Arbeit machen. "Dann werden die Menschen auch merken, dass die Sozialdemokraten in der Regierung die Gestalter sind."

Die nächste Bundestagswahl ist 2017. Der letzte Kanzlerkandidat Peer Steinbrück war von Gabriel, Steinbrück und dem damaligen Fraktionschef Frank-Walter-Steinmeier bestimmt worden. Die SPD erreichte mit 25,7 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis seit 1949.

Zur Arbeit in der Koalition sagte Gabriel: "Ich lege Wert darauf, dass die SPD als Partei eigenständig und sichtbar bleibt." Die SPD müsse in der Regierung selbstbewusst ihre Arbeit machen. "Dann werden die Menschen auch merken, dass die Sozialdemokraten in der Regierung die Gestalter sind."